Mittwoch, 8. Oktober 2008

Radtour auf Amerikanisch

Bei meinem Auslandsjahr in den USA hatte ich mir ein Fahrrad gekauft, um im Land der unbegrenzten Parkplätze und siebenspurigen Highways zumindest ein bisschen mobil zu sein, da ich mir kein Auto leisten konnte.

Als Radfahrer auf den regulären Straßen war ich für viele Amerikaner wohl ein seltsamer und ungewohnter Anblick, denn ich wurde regelmäßig auf der Straße von Autofahrern angehupt, weil diese wohl dachten, dass ich mit dem Rad nichts auf der Straße zu suchen hätte. 

Überhaupt sah ich weit und breit praktisch nie einen anderen Radfahrer. Ich hatte schon befürchtet, dass meine Artgenossen ausgestorben wären. Doch als ich mit meiner Freundin Manuela mal einen Ausflug zu einem Strand machte, entdeckte ich tatsächlich ein Paar beim Radfahren... d.h. bei einer Betätigung, die in den USA wohl Radfahren genannt wurde.

Denn während meine Freundin auf meinem Rad und ich mit Inline Skates die gut 10 Kilometer von meiner Wohnung zum Strand zurück gelegt hatten, fuhr das Pärchen mit einem Pickup Truck vor, auf dessen Ladefläche zwei neue oder zumindest kaum benutzte Fahrräder lagen.

Der Truck hielt bei einem Parkplatz am Anfang des Strands an. Der Fahrer und seine Begleiterin, beide in voller Radfahrer-Montur bekleidet, stiegen aus dem Wagen aus und er hievte danach die beiden Fahrräder von der Ladefläche. 

Danach bestiegen die beiden ihre Fahrräder, fuhren die knapp 1000 Meter bis zum Ende der Straße am Strand und kamen uns kurz darauf wieder entgegen, als meine Freundin und ich eine Pause auf einer Bank beim Strandparkplatz machten. 

Während der Mann die Räder wieder zurück auf die Ladefläche hob, machte seine Begleiterin einige Dehnübungen an einer Seite des Trucks. Dann stiegen beide wieder in den Wagen und fuhren kurz darauf fort.

Manuela und ich fuhren auch noch bis zum Ende vom Strand - und dann wieder die 10 Kilometer zu meiner Wohnung zurück.

Dabei hatten wir noch nicht einmal eine Radfahrer-Montur an.