Michael, auch ‚Schwarte’ genannt, war ein Kommilitone von mir und leider auch der Mitbewohner meiner Freundin Angelika.
Schwarte war ein Chauvinist, wie er im Buche steht: laut, arrogant, von sich überzeugt, er begaffte und umschwärmte ständig die Studentinnen und bekam unglücklicherweise auch viele davon rum - seit ich Schwarte kenne, klingt die Sommerloch-Geschichte, dass es Frauen geben soll die es toll fänden, wie Dreck behandelt zu werden, ein kleines bisschen glaubwürdiger.
Schwarte meinte mal selbst zu mir, dass er nur mit Frauen ins Bett steigt, die blond und blauäugig sind und mindestens Cupgröße D haben. Auf mindestens drei Studentinnen aus meinem Semester traf diese Beschreibung zu und soweit ich weiß, hat Schwarte bei allen dreien sein Ziel erreicht.
Ich finde, man sich nur schwer vorstellen, wie so jemand ein Studium schaffen kann. Aber Schwarte becircte seine Frauen so sehr, dass diese ihm oft die Hausarbeiten schrieben oder seine Referate vorbereiteten, so dass er den Vortrag nur noch vom Blatt ablesen musste.
Wurde er während oder nach seinem Referat von den Zuhörern zum Inhalt seines Vortrags befragt, so antwortete er immer „Darauf komme ich später noch zurück“, „Das kann ich Dir gerade nicht beantworten“ oder er überhörte die Frage geflissentlich. Da die Scheine in der Regel nicht benotet wurden, kam Michael mit dieser Tour praktisch überall durch.
Tatsächlich hat er einige Jahre später sogar noch sein Diplom bestanden – man kann nur hoffen, dass das nicht mal ein schlechtes Bild auf die Universität werfen wird...
Schwarte gab sich darüber hinaus auch als Sportler und Bergsteiger aus. Eine Zeit lang war er beim Uni Sport als Bergführer beschäftigt und ging regelmäßig mit Gruppen von jungen Studenten und Studentinnen auf Bergwanderungen. Dort rekrutierte er auch die ein oder andere Teilnehmerin für seine privaten „Schlaflabor-Experimente“.
In Wirklichkeit war Schwarte jedoch eher unsportlich und ging ziemlich in die Breite ohne dabei allzu muskulös auszusehen. Nichtsdestotrotz lief er im Sommer gerne im T-Shirt und kurzen Shorts rum, so dass jeder seine behaarten und Baumstamm-dicken Oberschenkel sehen konnte – daher auch der Spitzname.
Schwarte wohnte wie gesagt in der WG meiner Freundin Angelika. Sie und ihre Mitbewohner versuchten eine Zeit lang ihn aus der Wohnung zu werfen, doch Michael hatte sich dort gut eingenistet und wollte nicht so schnell wieder weg. Zu Angelikas Glück, zog er nach folgender Geschichte freiwillig aus:
Nachdem Michael fast zwei Jahre lang mit einer attraktiven blonden Studentin aus meinem Semester zusammen war (und nebenher noch ein paar andere vollbrüstige Frauen „mitgenommen“ hatte), schaffte er es ein weiteres Mal, eine Kommilitonin von mir an Land zu ziehen.
Diese wohnte in einer Wohnung auf demselben Stockwerk wie er – das war für den eher fußkranken möchtegern-Sportler natürlich sehr praktisch, hatte aber auch ein paar Nachteile, wie Michael bald erfahren musste.
Nachdem er bereits einige Monate mit meiner Kommilitonin zusammen war, fuhr er mit ein paar Freunden über das Wochenende zum Snowboarden in die Schweiz. Dabei riss er sich ein „Schneehäschen“ auf, welches er dummerweise nach dem Skiausflug mit zurück nach Konstanz brachte. Da seine Freundin jedoch nebenan wohnte, konnte er sein Mitbringsel natürlich nicht mit in seine WG nehmen ohne sich der Gefahr auszusetzen der Freundin im Hausflur über den Weg zu laufen. Also stieg Schwarte mit seiner Tussi in einem Hotel ab.
Geistig begnadet, wie er nun einmal war, stieg er mit seiner Eroberung jedoch in einem Hotel in Sichtweite seiner Wohnung ab – vielleicht kannte er keine anderen Hotels in Konstanz oder hielt es für sehr praktisch, dass er am Ende seines „two night Stands“ zu Fuß nach Hause zurück laufen konnte – wer weiß, was in Schwartes Kopf vorging...
Nach der ersten Nacht wurde ihm das Hotel jedoch zu teuer und so siedelte er kurzerhand mitsamt seiner Affäre in sein WG-Zimmer um. Offenbar schätzte er die Wahrscheinlichkeit, seiner Freundin im Hausflur über den Weg zu laufen, als gering genug ein, um dieses Wagnis einzugehen. So verbrachte er die zweite Nacht mit seiner verlängerten Aprés Ski Affäre in den eigenen vier Wänden.
Dummerweise hatte Schwarte nicht daran gedacht, dass er seiner Freundin den Ersatzschlüssel für die Wohnung gegeben hatte, damit sie seine Blumen gießen kann. Seine Freundin fiel aus allen Wolken, sie am Morgen mit der Gießkanne in der Hand in dessen Zimmer ging und die beiden dort im Bett erwischte. Angelika erzählte mir später, dass sie gerade beim Frühstück saß und die gesamte Szene live und in Dolby Surround miterleben durfte.
So kam meine Mitstudentin auf den Boden der Tatsachen zurück und sah Michael endlich so, wie ich ihn auch kannte. Schwarte war die ganze Sache so peinlich, dass er freiwillig die Segel strich und aus Angelikas WG auszog.
Jedoch verschwand er nicht ohne einen kleinen Gruß zu hinterlassen: nach seinem Auszug hing am Heizkörper noch ein Paar Handschellen. Schwarte behauptete, dass er die Schlüssel dafür nicht mehr finden könnte und meinte, dass der Nachmieter sie absägen soll.
Immerhin hat er sein Schneehäschen vorher noch davon abgemacht...
Mittwoch, 29. August 2007
Montag, 27. August 2007
Simone und Nadine machen Sport
Meine Mitbewohnerin Simone war ein echtes Phänomen in Bezug auf ihre Leistungsmotivation. Wenn sie wichtige Aufgaben zu erledigen hatte, fielen ihr immer tausend andere Sachen ein, die sie viel lieber machen würde und dann meist auch machte.
Wenn bei Simone Klausuren anstanden, dann entdeckte sie auf einmal den Heimwerker in sich oder sogar die Putzfrau – selten war unsere Wohnung so sauber als während der Prüfungszeit!
Das gleiche galt für die Bewegung, bzw. den Sport. Wenn sie mal Sport machen wollte, dann fielen ihr immer bessere Aktivitäten ein, wie zum Beispiel Kochen oder Fernsehen. Leider sah man Simone dies auch an und sie selbst war sich dessen natürlich ebenfalls bewusst und bekräftigte oft, dass sie ab nächster Woche zum Unisport gehen würde.
Nadine hingegen war das komplette Gegenteil von Simone. Nadine spielte Volleyball, fuhr Fahrrad, ging Surfen und hüpfte sowieso die ganze Zeit durch die Wohnung wie der Duracell Hase und war dementsprechend rank und schlank gebaut.
Als ich eines Tages mal von der Uni nach Hause kam, wummerte laute Techno Musik in Simones Zimmer und zwei Frauenstimmen zählten laut. Neugierig wie ich nun mal bin ging ich nachsehen, was dort los war. Praktischerweise lag Simones Zimmer auf dem Weg zu meinem Zimmer und ich konnte im Vorbeigehen einen Blick durch die halboffene Tür werfen.
Dort bot sich mir ein interessanter Anblick: Simone und Nadine knieten auf dem Boden und streckten abwechselnd die Füße nach hinten und zählten laut dazu. Das sah sehr unterhaltsam aus und war sicherlich auch recht anstrengend. Respekt!
Ich weiß nicht, wer wen motiviert hat Sport zu machen, aber das ist auch egal. Wichtig war, dass Simone ihren inneren Schweinehund endlich mal überwunden hatte.
Die Sport-Motivation von Simone hielt jedoch nicht lange an. Ich sah und hörte sie kein zweites Mal Sport in ihrem Zimmer machen – dafür putzte Simone während der restlichen Prüfungszeit regelmäßig die WG und das hatte auch was für sich.
Eigentlich sollten öfter Prüfungen sein...
Wenn bei Simone Klausuren anstanden, dann entdeckte sie auf einmal den Heimwerker in sich oder sogar die Putzfrau – selten war unsere Wohnung so sauber als während der Prüfungszeit!
Das gleiche galt für die Bewegung, bzw. den Sport. Wenn sie mal Sport machen wollte, dann fielen ihr immer bessere Aktivitäten ein, wie zum Beispiel Kochen oder Fernsehen. Leider sah man Simone dies auch an und sie selbst war sich dessen natürlich ebenfalls bewusst und bekräftigte oft, dass sie ab nächster Woche zum Unisport gehen würde.
Nadine hingegen war das komplette Gegenteil von Simone. Nadine spielte Volleyball, fuhr Fahrrad, ging Surfen und hüpfte sowieso die ganze Zeit durch die Wohnung wie der Duracell Hase und war dementsprechend rank und schlank gebaut.
Als ich eines Tages mal von der Uni nach Hause kam, wummerte laute Techno Musik in Simones Zimmer und zwei Frauenstimmen zählten laut. Neugierig wie ich nun mal bin ging ich nachsehen, was dort los war. Praktischerweise lag Simones Zimmer auf dem Weg zu meinem Zimmer und ich konnte im Vorbeigehen einen Blick durch die halboffene Tür werfen.
Dort bot sich mir ein interessanter Anblick: Simone und Nadine knieten auf dem Boden und streckten abwechselnd die Füße nach hinten und zählten laut dazu. Das sah sehr unterhaltsam aus und war sicherlich auch recht anstrengend. Respekt!
Ich weiß nicht, wer wen motiviert hat Sport zu machen, aber das ist auch egal. Wichtig war, dass Simone ihren inneren Schweinehund endlich mal überwunden hatte.
Die Sport-Motivation von Simone hielt jedoch nicht lange an. Ich sah und hörte sie kein zweites Mal Sport in ihrem Zimmer machen – dafür putzte Simone während der restlichen Prüfungszeit regelmäßig die WG und das hatte auch was für sich.
Eigentlich sollten öfter Prüfungen sein...
Freitag, 24. August 2007
Heiraten auf Amerikanisch
Deborah, die Vermieterin meines Zimmers in den USA, war schon ein schräger Vogel. Mit ihren angehenden 40 Jahren war sie noch als Studentin an der Uni eingeschrieben und verdiente ihren Lebensunterhalt durch die Vermietung von drei Zimmern in ihrem Haus.
Deborahs Freunde waren jedoch nicht minder seltsam als sie selbst. Zum Beispiel April, eine Freundin von Deborah, bereitete sich gerade auf ihre zweite Hochzeit mit einem mexikanischen Businessman vor.
April war gerade 35 Jahre alt geworden und war zwei Jahre zuvor durch einen schmutzigen Scheidungskrieg mit ihrem ehemaligen „Highschool-Sweetheart“ gegangen. Jetzt wagte sie einen zweiten Anlauf für das Lebensglück.
Deborah war offenbar nicht sonderlich vom langfristigen Glück von Aprils neuer Beziehung überzeugt. So meinte sie mal zu mir, dass Amerikanische Frauen im Schnitt dreimal im Leben heiraten:
Mit 19 oder 20, meinte Deborah, heiratet die Amerikanische Frau ihren Highschool-Freund. Das sei eine reine Liebeshochzeit. Beide hätten eine rosa Brille auf der Nase und Schmetterlinge im Bauch. Wenn diese jedoch verflogen wären und die Partner wieder auf den Boden der Tatsachen landeten, würde die Ehe bald wieder getrennt werden. In der Regel sei man dann circa Mitte bis Ende 20 Jahre alt.
Weiter geht es mit Ende 20 bis Anfang dreißig. Dann, folgerte Deborah, heiratet Frau den Mann mit dem sie Kinder haben will. Dieser solle dann einen guten Job mit einem sicheren und ordentlichen Einkommen haben, mit welchem er Haus und Kinder finanzieren kann. Nach den statischen 2,3 Kindern und einem Hund würde diese Beziehung jedoch oft auch wieder auseinander gehen, weil der Mann eben doch nur als Erzeuger und Ernährer der Kinder ausgewählt worden wäre und nicht, um mit ihm den Lebensabend zu verbringen.
Erst mit Anfang bis Mitte vierzig würde, so Deborah, die typische Amerikanerin den Mann für’s Leben ehelichen. Das müsse dann jemand bodenständiges sein, mit denen die Frau viele Interessen und Vorstellungen teilen würde und der sich auch im Alter nicht mehr viel verändern würde. So dass die Frau ihn nicht mehr großartig erziehen, bzw. ihren Wünschen anpassen müsste.
Nach Deborahs Rechnung war ihre Freundin April also gerade bei Ehemann Nummer 2 – dem Erzeuger ihrer zukünftigen Kinder angelangt.
Deborah selbst war die Ausnahme dieser Eheregel, denn sie hatte mit Ende dreißig noch keine einzige Ehe hinter sich gebracht sondern nur eine geplatzten Hochzeit. Kinder hatte sie auch keine erzeugt - was für ein Glück!
Deborahs Freunde waren jedoch nicht minder seltsam als sie selbst. Zum Beispiel April, eine Freundin von Deborah, bereitete sich gerade auf ihre zweite Hochzeit mit einem mexikanischen Businessman vor.
April war gerade 35 Jahre alt geworden und war zwei Jahre zuvor durch einen schmutzigen Scheidungskrieg mit ihrem ehemaligen „Highschool-Sweetheart“ gegangen. Jetzt wagte sie einen zweiten Anlauf für das Lebensglück.
Deborah war offenbar nicht sonderlich vom langfristigen Glück von Aprils neuer Beziehung überzeugt. So meinte sie mal zu mir, dass Amerikanische Frauen im Schnitt dreimal im Leben heiraten:
Mit 19 oder 20, meinte Deborah, heiratet die Amerikanische Frau ihren Highschool-Freund. Das sei eine reine Liebeshochzeit. Beide hätten eine rosa Brille auf der Nase und Schmetterlinge im Bauch. Wenn diese jedoch verflogen wären und die Partner wieder auf den Boden der Tatsachen landeten, würde die Ehe bald wieder getrennt werden. In der Regel sei man dann circa Mitte bis Ende 20 Jahre alt.
Weiter geht es mit Ende 20 bis Anfang dreißig. Dann, folgerte Deborah, heiratet Frau den Mann mit dem sie Kinder haben will. Dieser solle dann einen guten Job mit einem sicheren und ordentlichen Einkommen haben, mit welchem er Haus und Kinder finanzieren kann. Nach den statischen 2,3 Kindern und einem Hund würde diese Beziehung jedoch oft auch wieder auseinander gehen, weil der Mann eben doch nur als Erzeuger und Ernährer der Kinder ausgewählt worden wäre und nicht, um mit ihm den Lebensabend zu verbringen.
Erst mit Anfang bis Mitte vierzig würde, so Deborah, die typische Amerikanerin den Mann für’s Leben ehelichen. Das müsse dann jemand bodenständiges sein, mit denen die Frau viele Interessen und Vorstellungen teilen würde und der sich auch im Alter nicht mehr viel verändern würde. So dass die Frau ihn nicht mehr großartig erziehen, bzw. ihren Wünschen anpassen müsste.
Nach Deborahs Rechnung war ihre Freundin April also gerade bei Ehemann Nummer 2 – dem Erzeuger ihrer zukünftigen Kinder angelangt.
Deborah selbst war die Ausnahme dieser Eheregel, denn sie hatte mit Ende dreißig noch keine einzige Ehe hinter sich gebracht sondern nur eine geplatzten Hochzeit. Kinder hatte sie auch keine erzeugt - was für ein Glück!
Dienstag, 21. August 2007
Die diebische Diana (Teil 5)
Die Sache mit der Waschmaschine reichte aus, um meine Meinung über Diana zu festigen: ich schlug mich auf die Seite meiner anderen Mitbewohner und begann Dianas Verhalten als bösartig zu interpretieren!
So wurde mir auch klar, was sich Diana so alles schon auf unsere, bzw. meine Kosten erlaubt hat. Als ich in meine neue Bleibe – Dianas altes Zimmer – einzog, musste ich feststellen, dass die Telefondose kaputt war. Damals hatte ich noch gedacht, dass das vielleicht ein Unfall war und hatte 50 Euro für den Besuch eines Technikers der Telekom gezahlt. Nachdem mir Dianas Verhalten in Bezug auf die kaputte Waschmaschine die Augen geöffnet hatte, war ich mir da nicht mehr so sicher – mein Verdacht wurde viel zu viele Monate später auch bestätigt, als mir Diana bei ihrem Auszug aus unserer Wohnung wieder eine defekte Telefondose hinterließ.
Das viele schmutzige Geschirr, dass die anderen Mitbewohner und ich immer wieder weg spülten, ging oft auf Dianas Kosten – wobei ich natürlich auch zugeben muss, dass ich auch ab und zu mal mir bekannte Teller oder Töpfe entdeckte. Diana kaufte praktisch nie was für die WG ein; Klopapier, Spülmittel, Küchenrolle, Müllsäcke und Backpapier brachte ich oft mit oder gelegentlich auch Arno – ich habe Haushaltsutensilien gerne auf Vorrat im Haus, so dass ich diese immer frühzeitig nachgekauft habe. Meine Mitbewohner (außer Diana) kauften meist erst dann ein, wenn etwas seit Tagen aufgebraucht war.
Wir hatten natürlich eine WG Kasse und am Ende des Monats wurde immer abgerechnet, wer wem wie viel Geld schuldet. Dianas Schulden einzutreiben war jedoch schwieriger als den Papst zur Sanktion von Kondomen zu überreden. Das Geld kam oft erst Monate später. Diana hatte die unangenehme Angewohnheit, dass sie sich, anstatt ihre Schulden zu bezahlen, immer erst neue Kleidung kaufte oder zum Friseur ging, wenn sie ihren Gehaltsscheck bekam.
Darüber hinaus hatten Diana und ich unterschiedliche Vorstellungen von einer sauberen Wohnung. Wir hatten einen vier-Wochen Putzplan, sprich jeder Mitbewohner hatte alle vier Wochen die komplette WG zu putzen. Das war sehr zeitaufwendig, aber immerhin hatte man dann für vier Wochen Ruhe davor. Soweit die Theorie. In der Praxis sah das eher so aus, dass ich mich alle vier Wochen mit Diana darüber stritt, was sie alles geputzt oder nicht geputzt hatte. Diana war in der Woche vor mir dran und meiner Meinung nach kam es oft vor, dass mich am Tag nach Dianas Putzdienst im Klo oder in der Küche oft noch derselbe Dreck begrüßte wie am Vortag.
Mit Diana streiten führte jedoch zu nichts, außer erhöhtem Blutdruck und schlaflosen Nächten. Diana sah nie ihre Schuld ein, geschweige denn änderte ihr Verhalten oder ging auf die Vorwürfe ein. Sie leugnete standfest jegliche Anschuldigung und behauptete immer, dass sie die ihr unterstellten Sachen nicht getan habe. Selbst wenn Arno, Sigrid und ich alle bezeugen konnten, dass etwas auf Dianas Mist gewachsen war, so wiegelte sie immer nonchalant ab: „Das war ich nicht, das ist nicht mein Problem!“
Das mit Abstand hinterhältigste, was Diana sich erlaubte war, dass sie regelmäßig Arnos Post stahl!
Arno war berufstätig und kam immer erst abends nach Hause und bekam praktisch nie seine Post zu sehen. Oft wurde er von Freunden gefragt, warum er auf ihre Karten oder Briefe nicht antworten würde und er musste immer wieder eingestehen, dass er keine bekommen hat.
Einmal hat sogar Dianas Postdiebstahl sogar indirekt beobachtet, als er an einem Samstag früh zum Bäcker ging: Als er das Haus verließ lagen im Briefkasten mehrere Briefe, unter anderem auch einer für ihn. Nachdem er Brötchen gekauft hatte und wieder zurück kam, war der Briefkasten geleert. Auf der Truhe im Flur lag ein Brief für mich und ein Magazin für Sigrid, die Post an ihn war jedoch verschwunden. Sigrid und ich waren an dem Wochenende jedoch beide nicht da, also konnte nur eine Person für die verschwundene Post verantwortlich sein. Arno stellte Diana zwar zur Rede, aber wie üblich antwortete sie, dass sie damit nichts zu tun habe und damit war die Sache für Diana erledigt.
Als mir Arno davon erzählte, sagte ich ihm, dass er zur Polizei gehen soll, denn Briefdiebstahl ist strafbar. Aber Arno war das zu viel Aufwand und er beließ es dabei. Es störte ihn anscheinend nicht so sehr, dass er keine Post bekam und je bekommen würde, so lange Diana noch im Haus wohnte. Es ärgerte ihn lediglich, dass das Geld, welches ihm sein Vater im vergangenen Jahr zu Weihnachten geschickt hatte, ebenfalls verschwunden war. Doch selbst das reichte nicht aus, um ihn von rechtlichen Schritten gegen Diana zu überzeugen.
Tatsächlich fanden wir noch eindeutigere Beweise für Dianas Postraub: Arnos Zimmerschlüssel passte nämlich auch in Dianas Zimmertür – was sie glücklicherweise nicht wusste. Als Diana mal ausgeflogen war, gingen Arno und ich in Dianas Zimmer und fanden dort in einem Regal einige geöffnete Briefe an Arno. Diana hatte sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, die Briefe irgendwo zu verstecken. Sie lagen ganz offen auf einem Stapel mit Magazinen und Rechnungen.
Arno las die Briefe, legte sie zurück und unternahm nichts weiter – ich verstehe bis heute nicht warum. Das wäre der entscheidende Beweis gewesen, um Diana ein für alle Mal aus der Wohnung zu schmeißen. Aber Arno meinte, dass ihm das zu viel Aufwand sei und er nicht die Polizei rufen wolle.
So mussten wir Diana noch einige - für meinen Geschmack viel zu viele – Monate ertragen.
So wurde mir auch klar, was sich Diana so alles schon auf unsere, bzw. meine Kosten erlaubt hat. Als ich in meine neue Bleibe – Dianas altes Zimmer – einzog, musste ich feststellen, dass die Telefondose kaputt war. Damals hatte ich noch gedacht, dass das vielleicht ein Unfall war und hatte 50 Euro für den Besuch eines Technikers der Telekom gezahlt. Nachdem mir Dianas Verhalten in Bezug auf die kaputte Waschmaschine die Augen geöffnet hatte, war ich mir da nicht mehr so sicher – mein Verdacht wurde viel zu viele Monate später auch bestätigt, als mir Diana bei ihrem Auszug aus unserer Wohnung wieder eine defekte Telefondose hinterließ.
Das viele schmutzige Geschirr, dass die anderen Mitbewohner und ich immer wieder weg spülten, ging oft auf Dianas Kosten – wobei ich natürlich auch zugeben muss, dass ich auch ab und zu mal mir bekannte Teller oder Töpfe entdeckte. Diana kaufte praktisch nie was für die WG ein; Klopapier, Spülmittel, Küchenrolle, Müllsäcke und Backpapier brachte ich oft mit oder gelegentlich auch Arno – ich habe Haushaltsutensilien gerne auf Vorrat im Haus, so dass ich diese immer frühzeitig nachgekauft habe. Meine Mitbewohner (außer Diana) kauften meist erst dann ein, wenn etwas seit Tagen aufgebraucht war.
Wir hatten natürlich eine WG Kasse und am Ende des Monats wurde immer abgerechnet, wer wem wie viel Geld schuldet. Dianas Schulden einzutreiben war jedoch schwieriger als den Papst zur Sanktion von Kondomen zu überreden. Das Geld kam oft erst Monate später. Diana hatte die unangenehme Angewohnheit, dass sie sich, anstatt ihre Schulden zu bezahlen, immer erst neue Kleidung kaufte oder zum Friseur ging, wenn sie ihren Gehaltsscheck bekam.
Darüber hinaus hatten Diana und ich unterschiedliche Vorstellungen von einer sauberen Wohnung. Wir hatten einen vier-Wochen Putzplan, sprich jeder Mitbewohner hatte alle vier Wochen die komplette WG zu putzen. Das war sehr zeitaufwendig, aber immerhin hatte man dann für vier Wochen Ruhe davor. Soweit die Theorie. In der Praxis sah das eher so aus, dass ich mich alle vier Wochen mit Diana darüber stritt, was sie alles geputzt oder nicht geputzt hatte. Diana war in der Woche vor mir dran und meiner Meinung nach kam es oft vor, dass mich am Tag nach Dianas Putzdienst im Klo oder in der Küche oft noch derselbe Dreck begrüßte wie am Vortag.
Mit Diana streiten führte jedoch zu nichts, außer erhöhtem Blutdruck und schlaflosen Nächten. Diana sah nie ihre Schuld ein, geschweige denn änderte ihr Verhalten oder ging auf die Vorwürfe ein. Sie leugnete standfest jegliche Anschuldigung und behauptete immer, dass sie die ihr unterstellten Sachen nicht getan habe. Selbst wenn Arno, Sigrid und ich alle bezeugen konnten, dass etwas auf Dianas Mist gewachsen war, so wiegelte sie immer nonchalant ab: „Das war ich nicht, das ist nicht mein Problem!“
Das mit Abstand hinterhältigste, was Diana sich erlaubte war, dass sie regelmäßig Arnos Post stahl!
Arno war berufstätig und kam immer erst abends nach Hause und bekam praktisch nie seine Post zu sehen. Oft wurde er von Freunden gefragt, warum er auf ihre Karten oder Briefe nicht antworten würde und er musste immer wieder eingestehen, dass er keine bekommen hat.
Einmal hat sogar Dianas Postdiebstahl sogar indirekt beobachtet, als er an einem Samstag früh zum Bäcker ging: Als er das Haus verließ lagen im Briefkasten mehrere Briefe, unter anderem auch einer für ihn. Nachdem er Brötchen gekauft hatte und wieder zurück kam, war der Briefkasten geleert. Auf der Truhe im Flur lag ein Brief für mich und ein Magazin für Sigrid, die Post an ihn war jedoch verschwunden. Sigrid und ich waren an dem Wochenende jedoch beide nicht da, also konnte nur eine Person für die verschwundene Post verantwortlich sein. Arno stellte Diana zwar zur Rede, aber wie üblich antwortete sie, dass sie damit nichts zu tun habe und damit war die Sache für Diana erledigt.
Als mir Arno davon erzählte, sagte ich ihm, dass er zur Polizei gehen soll, denn Briefdiebstahl ist strafbar. Aber Arno war das zu viel Aufwand und er beließ es dabei. Es störte ihn anscheinend nicht so sehr, dass er keine Post bekam und je bekommen würde, so lange Diana noch im Haus wohnte. Es ärgerte ihn lediglich, dass das Geld, welches ihm sein Vater im vergangenen Jahr zu Weihnachten geschickt hatte, ebenfalls verschwunden war. Doch selbst das reichte nicht aus, um ihn von rechtlichen Schritten gegen Diana zu überzeugen.
Tatsächlich fanden wir noch eindeutigere Beweise für Dianas Postraub: Arnos Zimmerschlüssel passte nämlich auch in Dianas Zimmertür – was sie glücklicherweise nicht wusste. Als Diana mal ausgeflogen war, gingen Arno und ich in Dianas Zimmer und fanden dort in einem Regal einige geöffnete Briefe an Arno. Diana hatte sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, die Briefe irgendwo zu verstecken. Sie lagen ganz offen auf einem Stapel mit Magazinen und Rechnungen.
Arno las die Briefe, legte sie zurück und unternahm nichts weiter – ich verstehe bis heute nicht warum. Das wäre der entscheidende Beweis gewesen, um Diana ein für alle Mal aus der Wohnung zu schmeißen. Aber Arno meinte, dass ihm das zu viel Aufwand sei und er nicht die Polizei rufen wolle.
So mussten wir Diana noch einige - für meinen Geschmack viel zu viele – Monate ertragen.
Sonntag, 19. August 2007
Heinrichs Jünger
Heinrich hatte in meiner Innenstadt WG das mit 24 qm größte Zimmer der Wohnung. Der Raum war ein Eckzimmer mit Fenstern zu beiden Hausseiten hinaus. An der Ecke des Hauses trafen sich die Hussenstraße - eine große Einkaufsstraße – mit einer kleineren Nebenstraße, der Neugasse. So hatten wir praktisch jeden Tag von 9 Uhr bis zum Ladenschluss Straßen- und Einkäuferlärm vor dem Haus.
Insbesondere am Samstag war es vor der Wohnung sehr laut, denn zu den Einkäufern und Touristen gesellten sich oft Kleinkünstler und Straßenmusikanten, die ein paar Euro mit ihrer Kunst verdienen wollten. Darüber hinaus gingen einige religiöse Gruppen auf die Suche nach neuen Anhängern.
Eine dieser religiösen Gruppierungen stellte sich oft gegenüber von Heinrichs Zimmer auf. Diese Gruppe bestand meist aus 8 bis 12 Personen, die Männer in braunen Hosen und Strickpullovern oder Baumwollhemden und die Frauen in langen, dunklen Röcken, mit Strickjacken und mit Kopftuch. Unter der Anleitung ihres Predigers sangen sie dann christliche Lieder oder standen stumm hinter ihm, wenn dieser irgendwelche Bibelstellen zitierte oder gegen die Konsumlust wetterte.
Das witzige an dieser Gruppe war, dass die nicht, wie die meisten Kleinkünstler und Musiker mit dem Rücken zu unserem Haus standen, sondern direkt uns gegenüber standen und praktisch in Richtung von Heinrichs Zimmer predigten. Das lag vermutlich weniger an Heinrich, sondern eher daran, dass im Erdgeschoß einer der teuersten Modeläden von Konstanz seine Verkaufsräume hatte.
Trotzdem konnte ich mir jedes Mal nicht verkneifen, Heinrich zu fragen, ob seine Jünger wieder zu ihm singen würden und ob er die nicht mal abstellen könnte.
Manchmal erlaubte sich Heinrich den Spaß, öffnete das Fenster an der Ecke und erlaubte „seinen“ Jüngern die Ehre, sich im Lichte seiner Gestalt sonnen zu dürfen oder erhob seine Hand zum Königlichen Gruß – mit diesen Missionaren hatten wir echt eine Menge Spaß!
Insbesondere am Samstag war es vor der Wohnung sehr laut, denn zu den Einkäufern und Touristen gesellten sich oft Kleinkünstler und Straßenmusikanten, die ein paar Euro mit ihrer Kunst verdienen wollten. Darüber hinaus gingen einige religiöse Gruppen auf die Suche nach neuen Anhängern.
Eine dieser religiösen Gruppierungen stellte sich oft gegenüber von Heinrichs Zimmer auf. Diese Gruppe bestand meist aus 8 bis 12 Personen, die Männer in braunen Hosen und Strickpullovern oder Baumwollhemden und die Frauen in langen, dunklen Röcken, mit Strickjacken und mit Kopftuch. Unter der Anleitung ihres Predigers sangen sie dann christliche Lieder oder standen stumm hinter ihm, wenn dieser irgendwelche Bibelstellen zitierte oder gegen die Konsumlust wetterte.
Das witzige an dieser Gruppe war, dass die nicht, wie die meisten Kleinkünstler und Musiker mit dem Rücken zu unserem Haus standen, sondern direkt uns gegenüber standen und praktisch in Richtung von Heinrichs Zimmer predigten. Das lag vermutlich weniger an Heinrich, sondern eher daran, dass im Erdgeschoß einer der teuersten Modeläden von Konstanz seine Verkaufsräume hatte.
Trotzdem konnte ich mir jedes Mal nicht verkneifen, Heinrich zu fragen, ob seine Jünger wieder zu ihm singen würden und ob er die nicht mal abstellen könnte.
Manchmal erlaubte sich Heinrich den Spaß, öffnete das Fenster an der Ecke und erlaubte „seinen“ Jüngern die Ehre, sich im Lichte seiner Gestalt sonnen zu dürfen oder erhob seine Hand zum Königlichen Gruß – mit diesen Missionaren hatten wir echt eine Menge Spaß!
Donnerstag, 16. August 2007
Wigald der rasende Reporter
Kurz nachdem Diana endlich aus unserer Altbau-WG ausgezogen war, zerfiel die Wohngemeinschaft: Sigrid war schon ein paar Wochen vor Diana gegangen, da sie es nicht mehr ausgehalten hatte und Arno zog zwei Monate nach Diana aus. Er hatte sich von seiner Lebenspartnerin getrennt, da er jemand neues kennen gelernt hatte und wollte mit der neuen Frau zusammen ziehen. Unglücklicherweise hielt die neue Beziehung nicht lange und er musste bald wieder auf die Wohnungssuche gehen – meine WG war dann aber schon wieder ausgebucht.
In Sigrids altes Zimmer war bereits Wigald eingezogen, ein Student der Philosophie, Soziologie und Politik. Arno wurde durch Isabel ersetzt. Sie studierte Französisch und Geschichte auf Lehramt und hatte einen Sportstudenten zum Freund, der gerne zum Freeclimbing ging.
Ich zog in Dianas altes Zimmer und mein kleines Dachschrägen-Zimmer ging an einen Architektur Studenten von der FH namens Thomas. Dieser zog nach einem Semester schon wieder aus, da er das Studium hinschmiss, um eine Ausbildung als Maler anzufangen. Das ist aber eine andere Geschichte, die ich irgendwann anders mal erzähle.
In dieser Story spielt Wigald die Hauptrolle. Dieser wollte nach seinem Magisterabschluss Journalist werden und versuchte, sich schon während des Studiums die journalistischen Hörner abzustoßen, indem er bei der örtlichen Tageszeitung als Freiberufler arbeitete. Dabei kam er sich sehr wichtig vor. Jedes Mal, wenn wieder ein Artikel von ihm in der Zeitung stand, legte er das Blatt aufgeschlagen auf den Tisch im Flur, so dass jeder sein Werk bewundern konnte – selbst wenn er meist nur zu Jahreshauptversammlungen des Meerschweinchen-Zuchtvereins oder Veranstaltungen des Kinderferienprogramms geschickt wurde.
In der Regel machte ich einen Bogen um diese offensichtlichen Versuche, Anerkennung zu erschummeln. Einmal kam ich jedoch nicht umhin, einen anderen literarischen Erguss von Wigald über mich ergehen zu lassen.
Zu Isabels Geburtstag schrieb er ihr eine Karte, die bald ebenso offensichtlich auf dem Flurtisch landete. Isabel freute sich offenbar so sehr über die Karte, dass sie diese mit allen teilen wollte.
Wigald hatte geschrieben:
Nach Abschluss des Studiums bekam Wigald trotzdem einen Platz an einer Journalisten-Akademie in München. Soweit ich weiß arbeitet er inzwischen als Redakteur bei einem großen Finanzmagazin.
In Sigrids altes Zimmer war bereits Wigald eingezogen, ein Student der Philosophie, Soziologie und Politik. Arno wurde durch Isabel ersetzt. Sie studierte Französisch und Geschichte auf Lehramt und hatte einen Sportstudenten zum Freund, der gerne zum Freeclimbing ging.
Ich zog in Dianas altes Zimmer und mein kleines Dachschrägen-Zimmer ging an einen Architektur Studenten von der FH namens Thomas. Dieser zog nach einem Semester schon wieder aus, da er das Studium hinschmiss, um eine Ausbildung als Maler anzufangen. Das ist aber eine andere Geschichte, die ich irgendwann anders mal erzähle.
In dieser Story spielt Wigald die Hauptrolle. Dieser wollte nach seinem Magisterabschluss Journalist werden und versuchte, sich schon während des Studiums die journalistischen Hörner abzustoßen, indem er bei der örtlichen Tageszeitung als Freiberufler arbeitete. Dabei kam er sich sehr wichtig vor. Jedes Mal, wenn wieder ein Artikel von ihm in der Zeitung stand, legte er das Blatt aufgeschlagen auf den Tisch im Flur, so dass jeder sein Werk bewundern konnte – selbst wenn er meist nur zu Jahreshauptversammlungen des Meerschweinchen-Zuchtvereins oder Veranstaltungen des Kinderferienprogramms geschickt wurde.
In der Regel machte ich einen Bogen um diese offensichtlichen Versuche, Anerkennung zu erschummeln. Einmal kam ich jedoch nicht umhin, einen anderen literarischen Erguss von Wigald über mich ergehen zu lassen.
Zu Isabels Geburtstag schrieb er ihr eine Karte, die bald ebenso offensichtlich auf dem Flurtisch landete. Isabel freute sich offenbar so sehr über die Karte, dass sie diese mit allen teilen wollte.
Wigald hatte geschrieben:
Herzallerliebste Isabel,
zu Deinem Jubeltag wünsche ich Dir viel Glück, Gesundheit und alles Gute. Auf dass Dir die Sonne ewig brillieren möge.
Dein Wigald
Nach Abschluss des Studiums bekam Wigald trotzdem einen Platz an einer Journalisten-Akademie in München. Soweit ich weiß arbeitet er inzwischen als Redakteur bei einem großen Finanzmagazin.
Montag, 13. August 2007
Lars’ Freundin sucht mal kurz ein Zimmer
Lars, der möchtegern-DJ, war immer für eine Überraschung gut. Seine Freundin Michaela wohnte in Stuttgart und machte dort eine Ausbildung zur Erzieherin. Offenbar waren beide die Distanzbeziehung leid, denn an einem Freitagabend standen Lars und Michaela mit zwei Koffern und einem Kaninchenkäfig im Hausflur. Lars eröffnete uns, dass Michaela für ein paar Tage bei ihm einziehen würde, da sie sich ein Zimmer in Konstanz suchen wolle. Sie habe in der Erzieherinnenschule in Hegne einen Platz bekommen und wolle ihre Ausbildung dort zu Ende machen.
Eigentlich war unsere WG schon für vier Personen zu klein, aber da sie nur für ein paar Tage bleiben wollten, erlaubten wir Lars, seine Freundin bei sich wohnen zu lassen. Großartig wehren konnten wir uns ja auch nicht, da Michaela sowieso schon mit Sack und Pack in unserer Wohnung stand. Außerdem war sie schon oft über das Wochenende da gewesen - wie schlimm konnte es also sein, wenn sie nun auch noch unter der Woche in der Wohnung war?
Ein anderes Problem waren die beiden Zwergkaninchen, die Michaela mitgebracht hatte. Im Wohnheim waren eigentlich keine Tiere erlaubt, aber was der Hausmeister nicht wusste, sollte ihn auch nicht stören...
So war Michaela eine Woche lang da; dann zwei; dann drei – anfangs dachten Tatjana, Caroline und ich noch, dass es im Moment vielleicht etwas schwierig war, ein Zimmer zu finden. Auf der anderen Seite hatten wir jedoch auch das Gefühl, dass Michaela nicht oft weg ging, um sich bei einer WG oder einem Vermieter vorzustellen. Tatsächlich hatte keiner von uns drei je mitbekommen, dass sie sich überhaupt mal irgendwo vorgestellt hätte.
Stattdessen verbrachten Lars und sie eine Menge Zeit in seinem Zimmer, hörten Musik, schauten fern oder poppten lautstark, mitunter sogar nur bei angelehnter Tür, so dass die ganze WG mithören konnte. Morgens blockierten die beiden oft lange das Bad, und wenn sie gemeinsam unter der Dusche standen, konnte man hoffen, dass man nicht auf’s Klo musste oder zumindest ein geeignetes Gefäß im Zimmer hatte.
Am vierten Wochenende stellte Tatjana Lars zur Rede, warum die Zimmersuche seiner Freundin so lange dauere. Der Wohnungsmarkt sei gerade etwas angespannt, behauptete Lars, es wäre nicht so einfach etwas zu finden.
Das war jedoch nicht das, was Tatjana hören wollte. Also stellte sie Lars ein Ultimatum: Wenn Michaela nicht bis Ende der nächsten Woche ausgezogen wäre, dann müsste er den doppelten Beitrag zur WG-Kasse zahlen und ebenso die zweifache Punktzahl bei unserem paritätischen Putzplan erbringen. Seit Michaela eingezogen war, fuhr Lars nicht mehr so oft über das Wochenende weg und hatte nun ein dickes Minus an Putzpunkten angesammelt.
Wie das so oft bei Diskussionen mit Lars war, wurde auch bei dieser viel und laut diskutiert und letzten Endes änderte sich überhaupt nichts. Michaela war auch am fünften Wochenende noch in der Wohnung und Lars war sich keiner Schuld bewusst. Immerhin gaben sich die beiden etwas mehr Mühe beim Putzen.
So blieb Michaela noch eine sechste Woche und fand auch in dieser kein Zimmer. Tatjana fraß ihre Wut in sich hinein und versuchte den beiden so gut es ging aus dem Weg zu gehen.
Lars wäre aber nicht Lars, wenn er da nicht noch einen drauf setzen könnte...
Am Nachmittag des Sonntag in der sechsten Woche klingelte es an der Haustür. Lars stürmte aus dem Zimmer, um dem Gast die Tür zu öffnen. Vor der Wohnungstür stand ein junger Mann mit einem Koffer in der Hand. Als ich aus meinem Zimmer kam, um nachzusehen, wer geklingelt hatte, drehte sich Lars zu mir um und meinte: „Das ist ein Kumpel von mir, der heißt lustigerweise auch Lars und ist ebenfalls DJ. Er will ein paar Tage bei mir wohnen, weil er in Konstanz ein Zimmer sucht.“
Tatjana war inzwischen auch aus ihrem Zimmer gekommen und als sie das hörte sie ging ab wie eine Sylvesterrakete! Was sie alles zu Lars gesagt hat, wiederhole ich hier lieber nicht. Im Wesentlichen teilte sie ihm mit, dass es ihm wohl zu gut gehen würde und dass Michaela und der zweite Lars bis Ende nächster Woche verschwunden sind, sonst meldet sie ihn, die beiden Untermieter und die Zwergkaninchen an den Leiter des Studentenwerks, damit dieser Lars mit Sack und Pack vor die Tür setzt.
Dieses Argument hatte bei Lars endlich die erwünschte Wirkung. Keine Woche später wohnte er wieder alleine in seinem Zimmer. Was mit Michaela, ihren beiden Kaninchen und dem zweiten Lars passiert war, fanden wir nicht heraus.
Eigentlich war unsere WG schon für vier Personen zu klein, aber da sie nur für ein paar Tage bleiben wollten, erlaubten wir Lars, seine Freundin bei sich wohnen zu lassen. Großartig wehren konnten wir uns ja auch nicht, da Michaela sowieso schon mit Sack und Pack in unserer Wohnung stand. Außerdem war sie schon oft über das Wochenende da gewesen - wie schlimm konnte es also sein, wenn sie nun auch noch unter der Woche in der Wohnung war?
Ein anderes Problem waren die beiden Zwergkaninchen, die Michaela mitgebracht hatte. Im Wohnheim waren eigentlich keine Tiere erlaubt, aber was der Hausmeister nicht wusste, sollte ihn auch nicht stören...
So war Michaela eine Woche lang da; dann zwei; dann drei – anfangs dachten Tatjana, Caroline und ich noch, dass es im Moment vielleicht etwas schwierig war, ein Zimmer zu finden. Auf der anderen Seite hatten wir jedoch auch das Gefühl, dass Michaela nicht oft weg ging, um sich bei einer WG oder einem Vermieter vorzustellen. Tatsächlich hatte keiner von uns drei je mitbekommen, dass sie sich überhaupt mal irgendwo vorgestellt hätte.
Stattdessen verbrachten Lars und sie eine Menge Zeit in seinem Zimmer, hörten Musik, schauten fern oder poppten lautstark, mitunter sogar nur bei angelehnter Tür, so dass die ganze WG mithören konnte. Morgens blockierten die beiden oft lange das Bad, und wenn sie gemeinsam unter der Dusche standen, konnte man hoffen, dass man nicht auf’s Klo musste oder zumindest ein geeignetes Gefäß im Zimmer hatte.
Am vierten Wochenende stellte Tatjana Lars zur Rede, warum die Zimmersuche seiner Freundin so lange dauere. Der Wohnungsmarkt sei gerade etwas angespannt, behauptete Lars, es wäre nicht so einfach etwas zu finden.
Das war jedoch nicht das, was Tatjana hören wollte. Also stellte sie Lars ein Ultimatum: Wenn Michaela nicht bis Ende der nächsten Woche ausgezogen wäre, dann müsste er den doppelten Beitrag zur WG-Kasse zahlen und ebenso die zweifache Punktzahl bei unserem paritätischen Putzplan erbringen. Seit Michaela eingezogen war, fuhr Lars nicht mehr so oft über das Wochenende weg und hatte nun ein dickes Minus an Putzpunkten angesammelt.
Wie das so oft bei Diskussionen mit Lars war, wurde auch bei dieser viel und laut diskutiert und letzten Endes änderte sich überhaupt nichts. Michaela war auch am fünften Wochenende noch in der Wohnung und Lars war sich keiner Schuld bewusst. Immerhin gaben sich die beiden etwas mehr Mühe beim Putzen.
So blieb Michaela noch eine sechste Woche und fand auch in dieser kein Zimmer. Tatjana fraß ihre Wut in sich hinein und versuchte den beiden so gut es ging aus dem Weg zu gehen.
Lars wäre aber nicht Lars, wenn er da nicht noch einen drauf setzen könnte...
Am Nachmittag des Sonntag in der sechsten Woche klingelte es an der Haustür. Lars stürmte aus dem Zimmer, um dem Gast die Tür zu öffnen. Vor der Wohnungstür stand ein junger Mann mit einem Koffer in der Hand. Als ich aus meinem Zimmer kam, um nachzusehen, wer geklingelt hatte, drehte sich Lars zu mir um und meinte: „Das ist ein Kumpel von mir, der heißt lustigerweise auch Lars und ist ebenfalls DJ. Er will ein paar Tage bei mir wohnen, weil er in Konstanz ein Zimmer sucht.“
Tatjana war inzwischen auch aus ihrem Zimmer gekommen und als sie das hörte sie ging ab wie eine Sylvesterrakete! Was sie alles zu Lars gesagt hat, wiederhole ich hier lieber nicht. Im Wesentlichen teilte sie ihm mit, dass es ihm wohl zu gut gehen würde und dass Michaela und der zweite Lars bis Ende nächster Woche verschwunden sind, sonst meldet sie ihn, die beiden Untermieter und die Zwergkaninchen an den Leiter des Studentenwerks, damit dieser Lars mit Sack und Pack vor die Tür setzt.
Dieses Argument hatte bei Lars endlich die erwünschte Wirkung. Keine Woche später wohnte er wieder alleine in seinem Zimmer. Was mit Michaela, ihren beiden Kaninchen und dem zweiten Lars passiert war, fanden wir nicht heraus.
Samstag, 11. August 2007
Die diebische Diana (Teil 4)
Nach dem Joghurt Vorfall beobachtete ich Dianas Verhalten etwas genauer und kam so langsam auf den Trichter, wieso die anderen Mitbewohner mit ihr nicht auskamen. So briet sie sich zum Beispiel eines Abends ein Stück Fleisch in der Pfanne. Als die Pfanne am nächsten Tag ungespült immer noch auf dem Herd stand, bat ich Diana, die Pfanne zu spülen.
Sie meinte nur: „Das ist nicht meine Pfanne.“
„Natürlich ist das Deine Pfanne“, erwiderte ich, „Du hast Dir da gestern ein Steak gebraten, das habe ich doch gesehen.“
Sie sagte nur lapidar: „Das ist nicht meine Pfanne, ich spüle die nicht. Die ist bestimmt von Arno, der brät sich auch oft was in dieser Pfanne.“
Das war das Ende der Konversation. Die schmutzige Pfanne stand noch geschlagene 5 Tage in der Küche, bis ich sie mal benutzen wollte und sie notgedrungen spülte.
So langsam begann ich zu erkennen, warum Arno und Sigrid so ein Problem mit Diana hatten. Schmutziges Geschirr stand oft in der Küche herum und meistens ging das auf Dianas Rechnung. Darüber hinaus hatte ich den Eindruck, dass sich mein Vorratsschrank unnatürlich schnell leerte und auch, dass mein Brot immer ziemlich flott aufgebraucht war. Selbst meine Zahnpasta war nach erstaunlich kurzer Zeit leer. Nach all dem, was ich mitbekommen hatte, fiel mein Verdacht auf Diana – doch nachweisen konnte ich ihr nichts.
Als nächstes machte Diana unsere Waschmaschine kaputt. Ich bemerkte das jedoch erst, als ich meine eigene Wäsche drin hatte und auf einmal die Küche unter Wasser stand. Nachdem ich Küche sauber gemacht und die Wäsche aufgehängt hatte, stellte ich fest, dass ein Teil des Dichtungsgummis in der Tür der Waschmaschine fehlte. Anscheinend hatte jemand ein Kleidungsstück in der Tür eingeklemmt und als die Maschine los lief wurde es hinein gezogen und hat ein Stück des Gummis mit gerissen. Nun war die Maschine undicht.
Ich zeigte Arno die kaputte Maschine und er meinte, wir sollten nach dem ausgerissenen Stück Gummi suchen, um die verantwortliche Person ausfindig zu machen. In den vergangenen Tagen hatten Arno, Diana und ich gewaschen. Meine Wäsche hatte ich gerade erst aufgehängt, Arnos und Dianas Wäschen hingen noch im Flur auf Wäscheständern.
Arno und ich gingen also im Flur auf die Suche und wurden schnell bei Dianas Wäsche fündig: unter ihrem Wäscheständer lag ein graues Stück Gummi auf dem Boden. Ein kurzer Test bewies dessen Herkunft: es passte exakt in die kaputte Stelle des Dichtungsgummis an der Waschmaschine.
Arno kam auf die Idee, Diana „subtil“ auf ihr Vergehen hinzuweisen, indem er das kaputte Stück Gummi auf ihre Wäsche legte. Am Abend stellten wir Diana zur Rede. Als sie wie üblich jegliche Verantwortung von sich wie, meinte Arno, dass wir das Stück Gummi unter ihrer Wäsche gefunden haben und wir handfeste Beweise hätten, dass sie die Maschine kaputt gemacht habe. Trotzdem leugnete Diana ihre Schuld.
Am nächsten Tag war Dianas Wäscheständer abgeräumt und das kaputte Stück Gummi lag demonstrativ auf Arnos Wäscheständer – als ob Diana ihre Schuld damit hätte leugnen können.
Sie meinte nur: „Das ist nicht meine Pfanne.“
„Natürlich ist das Deine Pfanne“, erwiderte ich, „Du hast Dir da gestern ein Steak gebraten, das habe ich doch gesehen.“
Sie sagte nur lapidar: „Das ist nicht meine Pfanne, ich spüle die nicht. Die ist bestimmt von Arno, der brät sich auch oft was in dieser Pfanne.“
Das war das Ende der Konversation. Die schmutzige Pfanne stand noch geschlagene 5 Tage in der Küche, bis ich sie mal benutzen wollte und sie notgedrungen spülte.
So langsam begann ich zu erkennen, warum Arno und Sigrid so ein Problem mit Diana hatten. Schmutziges Geschirr stand oft in der Küche herum und meistens ging das auf Dianas Rechnung. Darüber hinaus hatte ich den Eindruck, dass sich mein Vorratsschrank unnatürlich schnell leerte und auch, dass mein Brot immer ziemlich flott aufgebraucht war. Selbst meine Zahnpasta war nach erstaunlich kurzer Zeit leer. Nach all dem, was ich mitbekommen hatte, fiel mein Verdacht auf Diana – doch nachweisen konnte ich ihr nichts.
Als nächstes machte Diana unsere Waschmaschine kaputt. Ich bemerkte das jedoch erst, als ich meine eigene Wäsche drin hatte und auf einmal die Küche unter Wasser stand. Nachdem ich Küche sauber gemacht und die Wäsche aufgehängt hatte, stellte ich fest, dass ein Teil des Dichtungsgummis in der Tür der Waschmaschine fehlte. Anscheinend hatte jemand ein Kleidungsstück in der Tür eingeklemmt und als die Maschine los lief wurde es hinein gezogen und hat ein Stück des Gummis mit gerissen. Nun war die Maschine undicht.
Ich zeigte Arno die kaputte Maschine und er meinte, wir sollten nach dem ausgerissenen Stück Gummi suchen, um die verantwortliche Person ausfindig zu machen. In den vergangenen Tagen hatten Arno, Diana und ich gewaschen. Meine Wäsche hatte ich gerade erst aufgehängt, Arnos und Dianas Wäschen hingen noch im Flur auf Wäscheständern.
Arno und ich gingen also im Flur auf die Suche und wurden schnell bei Dianas Wäsche fündig: unter ihrem Wäscheständer lag ein graues Stück Gummi auf dem Boden. Ein kurzer Test bewies dessen Herkunft: es passte exakt in die kaputte Stelle des Dichtungsgummis an der Waschmaschine.
Arno kam auf die Idee, Diana „subtil“ auf ihr Vergehen hinzuweisen, indem er das kaputte Stück Gummi auf ihre Wäsche legte. Am Abend stellten wir Diana zur Rede. Als sie wie üblich jegliche Verantwortung von sich wie, meinte Arno, dass wir das Stück Gummi unter ihrer Wäsche gefunden haben und wir handfeste Beweise hätten, dass sie die Maschine kaputt gemacht habe. Trotzdem leugnete Diana ihre Schuld.
Am nächsten Tag war Dianas Wäscheständer abgeräumt und das kaputte Stück Gummi lag demonstrativ auf Arnos Wäscheständer – als ob Diana ihre Schuld damit hätte leugnen können.
Donnerstag, 9. August 2007
Stairway to heaven ... almost.
Meine Altbau-WG lag im obersten Stockwerk in einem Haus aus dem 17. Jahrhundert. Das Gebäude verfügte über ein sehr breites Treppenhaus, welches jedoch im Stockwerk unter der Wohnung meiner neuen WG endete. Von dort aus ging es eine sehr schmale und steile Treppe weiter hinauf bis zu unserer Wohnungstür. Diese Treppe sah nicht danach aus, als würde sie in eine Wohnung gehen sondern eher als führe sie zum Dachgeschoß. Beim Einzug war dieser letzte Teil eine echte Qual, da man die Möbelstücke alle hochkant tragen musste.
Manchmal war der unscheinbare Aufgang echt Gold wert.
So zum Beispiel, als mal die Zeugen Jehovas im Haus waren. Als ich eines Nachmittags von der Uni nach Hause kam und die Treppen zu meiner Wohnung hoch stieg, sah ich einen Mann und eine Frau vor der Toilettentür der Wohnung im zweiten Stock stehen und warten. Es handelte sich bei diesen beiden Personen um Zeugen Jehovas.
Offenbar wussten die beiden nicht, dass einige der Wohnungen in diesem Haus die Toilette oder das Badezimmer außerhalb des Wohnraums hatten und, aus einem mir unerfindlichen Grund, selbst diese Türen über einen Klingelknopf verfügten.
So klingelten die beiden an der Toilettentür und warteten geduldig darauf, dass ihnen geöffnet würde. Ich lachte in mich hinein, da ich nicht glaubte, dass selbst wenn gerade jemand auf dem Klo war, er den beiden Besuchern die Tür öffnen würde. Auch bei den folgenden beiden Türen würden Jehovas Untertanen kaum Erfolg haben, da als nächstes das Badezimmer der Ferienwohnung und dann die zur Zeit unbelegte Ferienwohnung folgten. Es würde wohl noch eine Weile dauern, bis die Missionare den Weg bis zu meiner Wohnung hinauf geschafft hatten – so konnte ich mir schon mal eine Ausrede überlegen, mit der ich sie abwimmeln würde.
Die Zeugen Jehovas tauchten jedoch nie vor unserer Wohnungstür auf. Entweder brachen sie ihre Mission nach der dritten verschlossenen Tür in Folge ab oder sie dachten wohl, dass sie das Ende des bewohnten Bereichs erreicht hatten und haben vor unserer „Hühnerleiter“ kehrt gemacht. Der „stairway to heaven“ endete anscheinend vor den Stufen zu unserer Wohnung!
Manchmal war der unscheinbare Aufgang echt Gold wert.
So zum Beispiel, als mal die Zeugen Jehovas im Haus waren. Als ich eines Nachmittags von der Uni nach Hause kam und die Treppen zu meiner Wohnung hoch stieg, sah ich einen Mann und eine Frau vor der Toilettentür der Wohnung im zweiten Stock stehen und warten. Es handelte sich bei diesen beiden Personen um Zeugen Jehovas.
Offenbar wussten die beiden nicht, dass einige der Wohnungen in diesem Haus die Toilette oder das Badezimmer außerhalb des Wohnraums hatten und, aus einem mir unerfindlichen Grund, selbst diese Türen über einen Klingelknopf verfügten.
So klingelten die beiden an der Toilettentür und warteten geduldig darauf, dass ihnen geöffnet würde. Ich lachte in mich hinein, da ich nicht glaubte, dass selbst wenn gerade jemand auf dem Klo war, er den beiden Besuchern die Tür öffnen würde. Auch bei den folgenden beiden Türen würden Jehovas Untertanen kaum Erfolg haben, da als nächstes das Badezimmer der Ferienwohnung und dann die zur Zeit unbelegte Ferienwohnung folgten. Es würde wohl noch eine Weile dauern, bis die Missionare den Weg bis zu meiner Wohnung hinauf geschafft hatten – so konnte ich mir schon mal eine Ausrede überlegen, mit der ich sie abwimmeln würde.
Die Zeugen Jehovas tauchten jedoch nie vor unserer Wohnungstür auf. Entweder brachen sie ihre Mission nach der dritten verschlossenen Tür in Folge ab oder sie dachten wohl, dass sie das Ende des bewohnten Bereichs erreicht hatten und haben vor unserer „Hühnerleiter“ kehrt gemacht. Der „stairway to heaven“ endete anscheinend vor den Stufen zu unserer Wohnung!
Montag, 6. August 2007
Simone die Küchensau
Simone brachte mich mit ihrer Schusseligkeit manches Mal auf die Palme. Nicht nur, dass sie ihr Essen überall in der Küche und auf dem Boden verteilte, sondern sie vergaß auch allzu oft ihren Schmutz weg zu wischen. Mit Simone in der WG brauchte man eigentlich gar nicht zu putzen, denn sie konnte zwei Stunden Schrubben innerhalb weniger Minuten zunichte machen.
So war ich einmal richtig scharf darauf die Küche zu putzen – was genauso verquer klingt wie es ist... normalerweise putze ich auch nur, wenn es unbedingt sein muss – weil Simone über das Wochenende zu ihren Eltern fahren wollte und ich so wenigstens ein Wochenende lang mal in einer sauberen Küche essen konnte. Das war eine wunderbare Aussicht!
So putzte ich die Küche direkt am Freitag als ich von der Uni nach Hause kam – ich gab mir richtig Mühe, um dann die Früchte meiner Arbeit zwei Tage lang ausgiebig genießen zu können. Die Aussicht Abend essen zu können, ohne vorher den Tisch frei räumen und mein Brotmesser spülen zu müssen, war wie der Himmel auf Erden.
Als ich spät am nächsten Morgen in der Küche beim Frühstück saß, traf mich fast der Schlag, als Simone auf einmal mit zwei großen Einkaufstüten in der Hand in die Küche kam. Ich fragte sie verwundert, was sie schon wieder hier mache. Ich hätte gedacht, dass sie über das Wochenende zu ihren Eltern wollte.
„Ich war ja auch bei meinen Eltern“, antwortete Simone, „die gingen mir aber auf die Nerven und so bin ich wieder nach Konstanz zurück gefahren!“
Ich konnte mein „Glück“ kaum glauben: „Und Du bleibst jetzt das ganze Wochenende da?“
„Klar“, grinste sie. „Und ich habe eine Honigmelone gekauft! Willst Du auch was?“
Mit diesen Worten holte sie eine Melone aus einer der Taschen und machte sich gleich ans Werk, die Melone in zwei Hälften zu teilen. Prompt fiel eine der Hälften platschend mit der aufgeschnittenen Seite auf den Boden. Simone ließ die Melonenhälfte auf dem Boden liegen und zerteilte die andere Hälfte in weitere Stücke.
Ich sah Simone an und fragte: „Willst Du das nicht mal aufheben?“
Sie meinte, „Ja, gleich.“
In diesem Moment platzte mir der Kragen. „Du hebst die Melone sofort auf“, fauchte ich sie an. „Ich habe die Küche gestern frisch geputzt und Du bist noch keine Minute da und saust sie schon wieder ein! Und wenn Du die Melone aufgehoben hast, dann wischt Du den Boden mit einem Stück Küchenrolle auf, ist das klar?“
Simone wusste gar nicht, wie ihr geschah. Sie hob wortlos die Melone auf, wischte den Boden mit etwas Küchentuch ab und verschwand dann mit ihren Melonenstücken auf einem Teller in ihrem Zimmer.
Als ich am Sonntagmorgen in die Küche ging, um Frühstück zu machen, lag ein halbes Toastbrot und einige Brocken Käse auf dem Boden. Der Traum vom Frühstück in einer sauberen Küche war zwangsläufig ausgeträumt.
So war ich einmal richtig scharf darauf die Küche zu putzen – was genauso verquer klingt wie es ist... normalerweise putze ich auch nur, wenn es unbedingt sein muss – weil Simone über das Wochenende zu ihren Eltern fahren wollte und ich so wenigstens ein Wochenende lang mal in einer sauberen Küche essen konnte. Das war eine wunderbare Aussicht!
So putzte ich die Küche direkt am Freitag als ich von der Uni nach Hause kam – ich gab mir richtig Mühe, um dann die Früchte meiner Arbeit zwei Tage lang ausgiebig genießen zu können. Die Aussicht Abend essen zu können, ohne vorher den Tisch frei räumen und mein Brotmesser spülen zu müssen, war wie der Himmel auf Erden.
Als ich spät am nächsten Morgen in der Küche beim Frühstück saß, traf mich fast der Schlag, als Simone auf einmal mit zwei großen Einkaufstüten in der Hand in die Küche kam. Ich fragte sie verwundert, was sie schon wieder hier mache. Ich hätte gedacht, dass sie über das Wochenende zu ihren Eltern wollte.
„Ich war ja auch bei meinen Eltern“, antwortete Simone, „die gingen mir aber auf die Nerven und so bin ich wieder nach Konstanz zurück gefahren!“
Ich konnte mein „Glück“ kaum glauben: „Und Du bleibst jetzt das ganze Wochenende da?“
„Klar“, grinste sie. „Und ich habe eine Honigmelone gekauft! Willst Du auch was?“
Mit diesen Worten holte sie eine Melone aus einer der Taschen und machte sich gleich ans Werk, die Melone in zwei Hälften zu teilen. Prompt fiel eine der Hälften platschend mit der aufgeschnittenen Seite auf den Boden. Simone ließ die Melonenhälfte auf dem Boden liegen und zerteilte die andere Hälfte in weitere Stücke.
Ich sah Simone an und fragte: „Willst Du das nicht mal aufheben?“
Sie meinte, „Ja, gleich.“
In diesem Moment platzte mir der Kragen. „Du hebst die Melone sofort auf“, fauchte ich sie an. „Ich habe die Küche gestern frisch geputzt und Du bist noch keine Minute da und saust sie schon wieder ein! Und wenn Du die Melone aufgehoben hast, dann wischt Du den Boden mit einem Stück Küchenrolle auf, ist das klar?“
Simone wusste gar nicht, wie ihr geschah. Sie hob wortlos die Melone auf, wischte den Boden mit etwas Küchentuch ab und verschwand dann mit ihren Melonenstücken auf einem Teller in ihrem Zimmer.
Als ich am Sonntagmorgen in die Küche ging, um Frühstück zu machen, lag ein halbes Toastbrot und einige Brocken Käse auf dem Boden. Der Traum vom Frühstück in einer sauberen Küche war zwangsläufig ausgeträumt.
Samstag, 4. August 2007
Die missratene Bad-Taste Party
Studenten feiern gerne Parties und wenn sich eine Studentenparty von den anderen gleichzeitig stattfindenden Events abheben will, dann müssen sich die Veranstalter schon was Besonderes überlegen. So gibt es diverse Themenparties, wie zum Beispiel Farben-Parties, bei denen die Teilnehmer alle Kleidung mit einer bestimmten Farbe anhaben müssen, also z.B. Rot, Gelb, Grün oder – besonders schwer, insbesondere für Männer, die nicht Jura studieren – Pink!
Natürlich gibt es Fasnacht- und Halloween Parties, bei denen die Gäste verkleidet kommen müssen oder Tausch-Parties, bei denen jeder etwas mitbringen muss, dass er auf der Party gegen etwas anderes tauschen will, wie zum Beispiel das ungeliebte karierte Hemd von Mutter oder die senfgelbe Krawatte von Tante Erna. Bekannte Fernsehserien oder Filme bieten auch eine Unmenge an Themen für Parties, so war ich zum Beispiel auch schon mal auf eine Biene Maja Party eingeladen.
Als mich Dietmar zu einer Bad-Taste Party in seine Männer-WG einlud, musste ich aber trotzdem erst einmal nachfragen, was denn das für eine Feier sei. Dietmars Erklärung war so kurz wie eindeutig: Zieh Dich übel an und bring was Ekeliges zu Essen mit – na das konnte spaßig werden!
Meine damalige Freundin und ich gruben allerlei alte Klamotten aus unseren Kleiderschränken aus bzw. liehen uns auch diverse Sachen von Mitbewohnern aus, die einen etwas anderen Geschmack hatten als wir selbst. So lieh ich mir zum Beispiel von Caroline eine Kunstfelljacke und eine falsche Goldkette aus. Dazu zog ich mir eine zu enge Jeans-Hose und ein Hawaii-Hemd an, das ich mir mal für ein Fasnachts-Kostüm gekauft hatte. Darüber hinaus kaufte ich mir ein billiges Parfüm bei Aldi, um die Verkleidung mit einem entsprechenden Duft zu unterstreichen.
Meine Freundin zog einen langen Rock ihrer Mitbewohnerin an und rundete das ganze mit einem Jäckchen im 70’er Jahre Stil ab, welches sie im Schrank ihrer Mutter gefunden hatte.
Zu Essen gab es zwei verschiedene Sorten Nudeln mit Sahnesauce. Die Nudeln färbten wir mit Nahrungsmittelfarbe in Giftgrün und Rot. Das Ergebnis sah recht ekelig aus, auch wenn es ganz normal schmeckte. Es kostete trotzdem einiges an Überwindung sich die bunten Nudeln in den Mund zu stecken.
Da Dietmar in Litzelstetten wohnte, welches einige Busstationen außerhalb von Konstanz lag, trafen wir uns mit meiner Kommilitonin Angelika, um gemeinsam mit dem Bus dorthin zu fahren. Angelika hatte ein buntes Blümchenkleid angezogen und Chinesisch süß-sauer gekocht – ich fand das sehr lecker, aber die Geschmäcker sind bekannterweise unterschiedlich.
So bewaffnet fuhren wir also zu der Bad Taste Party nach Litzelstetten. Dort angekommen mussten wir jedoch zu unserem Entsetzen feststellen, dass nur Dietmar seinen Gästen die Feier als Bad-Taste Party angekündigt hatte. Die anderen drei Mitbewohner hatten ihre Freunde zu einer ganz normalen Party, ohne Thema oder irgendwelche Voraussetzungen eingeladen!
Neben uns dreien kam nur noch eine weitere Psychologie-Studentin verkleidet auf die Party. Alle anderen Gäste trugen Hemd, Jackett und Lackschuhe, bzw. Abendkleid – Dietmars Mitbewohner studierten alle Jura oder Verwaltung. Selbst Dietmar hatte sich normal angezogen, als er merkte, dass seine Mitbewohner keine Bad-Taste Party angekündigt hatten. Dummerweise hatte er vergessen uns Bescheid zu geben! So ein Pech aber auch...
Dietmars WG lag im ersten Stock eines Wohnhauses mit Seeblick und hatte einen Balkon, der rund um das Haus ging. Auf diesem Balkon standen die anderen Gäste in Zwirn und Abendkleid mit Sektgläsern in der Hand und begafften uns wie bunte Hunde und tuschelten, als gäbe es nichts Wichtigeres im Leben.
Nach einer kurzen Absprache beschlossen wir zu bleiben und richtig Spaß zu haben. Vier Gläser Sekt und einen Teller mit einer Hälfte giftgrüner Spagetti und der anderen Hälfte Reis süß-sauer später störten mich die Blicke der anderen Gäste nicht mehr. Meine Freundin und ich tanzten uns im zur Disco umfunktionierten Schlafzimmer die Seele aus dem Leib, während die steifen Pinguine auf dem Balkon verlegen an ihrem Sekt nippten und durch die Fenster starrten wie Fische im Aquarium.
Im Endeffekt hat uns die Bad-Taste Party die keine war, doch noch sehr gut gefallen. Ein weiteres Mal hat uns Dietmar zu einer WG-Party nicht eingeladen - komisch!
Natürlich gibt es Fasnacht- und Halloween Parties, bei denen die Gäste verkleidet kommen müssen oder Tausch-Parties, bei denen jeder etwas mitbringen muss, dass er auf der Party gegen etwas anderes tauschen will, wie zum Beispiel das ungeliebte karierte Hemd von Mutter oder die senfgelbe Krawatte von Tante Erna. Bekannte Fernsehserien oder Filme bieten auch eine Unmenge an Themen für Parties, so war ich zum Beispiel auch schon mal auf eine Biene Maja Party eingeladen.
Als mich Dietmar zu einer Bad-Taste Party in seine Männer-WG einlud, musste ich aber trotzdem erst einmal nachfragen, was denn das für eine Feier sei. Dietmars Erklärung war so kurz wie eindeutig: Zieh Dich übel an und bring was Ekeliges zu Essen mit – na das konnte spaßig werden!
Meine damalige Freundin und ich gruben allerlei alte Klamotten aus unseren Kleiderschränken aus bzw. liehen uns auch diverse Sachen von Mitbewohnern aus, die einen etwas anderen Geschmack hatten als wir selbst. So lieh ich mir zum Beispiel von Caroline eine Kunstfelljacke und eine falsche Goldkette aus. Dazu zog ich mir eine zu enge Jeans-Hose und ein Hawaii-Hemd an, das ich mir mal für ein Fasnachts-Kostüm gekauft hatte. Darüber hinaus kaufte ich mir ein billiges Parfüm bei Aldi, um die Verkleidung mit einem entsprechenden Duft zu unterstreichen.
Meine Freundin zog einen langen Rock ihrer Mitbewohnerin an und rundete das ganze mit einem Jäckchen im 70’er Jahre Stil ab, welches sie im Schrank ihrer Mutter gefunden hatte.
Zu Essen gab es zwei verschiedene Sorten Nudeln mit Sahnesauce. Die Nudeln färbten wir mit Nahrungsmittelfarbe in Giftgrün und Rot. Das Ergebnis sah recht ekelig aus, auch wenn es ganz normal schmeckte. Es kostete trotzdem einiges an Überwindung sich die bunten Nudeln in den Mund zu stecken.
Da Dietmar in Litzelstetten wohnte, welches einige Busstationen außerhalb von Konstanz lag, trafen wir uns mit meiner Kommilitonin Angelika, um gemeinsam mit dem Bus dorthin zu fahren. Angelika hatte ein buntes Blümchenkleid angezogen und Chinesisch süß-sauer gekocht – ich fand das sehr lecker, aber die Geschmäcker sind bekannterweise unterschiedlich.
So bewaffnet fuhren wir also zu der Bad Taste Party nach Litzelstetten. Dort angekommen mussten wir jedoch zu unserem Entsetzen feststellen, dass nur Dietmar seinen Gästen die Feier als Bad-Taste Party angekündigt hatte. Die anderen drei Mitbewohner hatten ihre Freunde zu einer ganz normalen Party, ohne Thema oder irgendwelche Voraussetzungen eingeladen!
Neben uns dreien kam nur noch eine weitere Psychologie-Studentin verkleidet auf die Party. Alle anderen Gäste trugen Hemd, Jackett und Lackschuhe, bzw. Abendkleid – Dietmars Mitbewohner studierten alle Jura oder Verwaltung. Selbst Dietmar hatte sich normal angezogen, als er merkte, dass seine Mitbewohner keine Bad-Taste Party angekündigt hatten. Dummerweise hatte er vergessen uns Bescheid zu geben! So ein Pech aber auch...
Dietmars WG lag im ersten Stock eines Wohnhauses mit Seeblick und hatte einen Balkon, der rund um das Haus ging. Auf diesem Balkon standen die anderen Gäste in Zwirn und Abendkleid mit Sektgläsern in der Hand und begafften uns wie bunte Hunde und tuschelten, als gäbe es nichts Wichtigeres im Leben.
Nach einer kurzen Absprache beschlossen wir zu bleiben und richtig Spaß zu haben. Vier Gläser Sekt und einen Teller mit einer Hälfte giftgrüner Spagetti und der anderen Hälfte Reis süß-sauer später störten mich die Blicke der anderen Gäste nicht mehr. Meine Freundin und ich tanzten uns im zur Disco umfunktionierten Schlafzimmer die Seele aus dem Leib, während die steifen Pinguine auf dem Balkon verlegen an ihrem Sekt nippten und durch die Fenster starrten wie Fische im Aquarium.
Im Endeffekt hat uns die Bad-Taste Party die keine war, doch noch sehr gut gefallen. Ein weiteres Mal hat uns Dietmar zu einer WG-Party nicht eingeladen - komisch!
Donnerstag, 2. August 2007
Die diebische Diana (Teil 3)
Die ersten Tage und Wochen in dieser neuen Wohnung liefen wider Angelikas Befürchtung ereignislos. Ich verstand mich mit Diana ganz gut und auch die anderen beiden Mitbewohner waren recht nett, auch wenn ich diese selten zu Gesicht bekam. Sie waren anscheinend sehr beschäftigt.
Diana war die einzige Mitbewohnerin, der ich regelmäßig in der Wohnung über den Weg lief und mit der ich mich öfter mal unterhielt. Dabei stellten wir fest, dass ich sie schon mal vor meinem Vorstellungsgespräch in der WG getroffen hatte, mich aber nicht mehr daran erinnern konnte. Offenbar waren wir uns mal bei einer Party in ihrer alten Wohnung (der von Angelika) getroffen. Seltsamerweise konnte ich mich jedoch nicht daran erinnern.
Was mir an Diana auffiel war, dass sie oft ihr dreckiges Geschirr in der Küche stehen ließ. Darüber hinaus bekam ich langsam das Gefühl, dass ihr die anderen beiden Mitbewohner aus dem Weg gingen. Offenbar lief da was zwischen Arno, Sigrid und Diana von dem ich noch nichts mitbekommen hatte. Außerdem schloss Diana immer die Tür zu ihrem Zimmer ab und das nicht nur wenn sie aus dem Haus ging sondern auch wenn sie im Zimmer war. Das fand ich wirklich seltsam, denn so etwas hatte ich noch nie in einer WG erlebt.
Ich nahm mir vor, mich aus den Streitigkeiten der Mitbewohner raus zu halten, das war deren Problem, nicht meines. Wenn man jedoch so dicht aufeinander wohnt wie in einer WG, dann klappt das mit dem Raushalten leider nicht. So wurde ich mal Zeuge, wie sich Arno und Diana im Flur anschrieen; ein anderes Mal bekam ich mit, dass Sigrid Diana nahe legte, doch endlich auszuziehen.
Da ich bisher noch eine neutrale Position in diesem ganzen Streit eingenommen hatte, kam Diana danach oft zu mir ins Zimmer und heulte sich bei mir aus. Sie meinte, dass die anderen Mitbewohner sie nicht verstehen würden und sie einfach nur gehässig zu ihr seien, dabei habe sie sich doch gar nichts zu Schaden kommen lassen.
Zuerst glaubte ich diese Geschichten noch unvoreingenommen, doch eines Abends hatte ich dann mal eine Aussprache mit Arno und Sigrid und bekam deren Version der Vorfälle mit Diana zu hören. Und die war sehr lang: nicht nur schmutziges Geschirr, nicht bezahlte Anteile an der Strom-, Gas- und Wasserrechnung, verschwundene Essenvorräte in Schränken und im Kühlschrank, verschwundene Briefe ... ehrlich gesagt, klang das zuerst sehr übertrieben, aber im Zusammenhang mit den warnenden Worten meiner Kommilitonin Angelika passte das auch irgendwie zusammen.
Also stellte ich bei der nächsten Gelegenheit Diana zur Rede und sprach sie direkt auf diese Vorwürfe an. Zunächst stritt sie alles ab und bekundete unter Tränen, dass sie Angst habe, dass ich mich jetzt auch gegen sie stellen würde. Ich versicherte ihr aber, dass ich trotz all dem was ich gehört hatte, objektiv bleiben möchte. Dann fing sie auf einmal an so nach und nach mit ein paar Informationen rauszurücken, zum Beispiel, dass sie tatsächlich schon mal Sigrid was weg gegessen hätte, das aber gleich wieder ersetzt habe. Nur wäre Sigrid das nicht gut genug gewesen, da sie meinte, dass Diana ihre teuren Edeka Einkäufe mit billigen Aldi-Waren ersetzt habe. Das mit der geklauten Post dementierte Diana jedoch heftig.
Also gab ich ihr noch einmal eine Chance. Doch lange währte diese nicht. Schon am nächsten Wochenende gab es den nächsten Streit zwischen Sigrid und Diana. Aus Sigrids Kühlschrank-Fach war eine halbe Palette mit Joghurts verschwunden, die Sigrid gekauft hatte, um sie ihren Gästen am Samstag Abend anbieten zu können. Als die Gäste angekommen waren stellte Sigrid entsetzt fest, dass die komplette Palette verschwunden war und im Recycling-Müll 12 sauber gespülte Joghurt-Becher lagen.
Es gab eigentlich nur eine Person, die dafür in Frage kam: Diana!
Auch ein Motiv war schnell gefunden: Diana machte gerade mal wieder Diät und hatte wahrscheinlich Heißhunger bekommen und sich über die Joghurt her gemacht. Aber Diana gab nichts zu, selbst als Sigrid sagte, dass Diana die Joghurts nicht ersetzen müsse und sie nur von ihr wollte, dass sie lediglich gestehen solle, dass sie es war. Trotzdem blieb Diana hart und wies alle Vorwürfe von sich.
So langsam wurde mir Diana doch auch suspekt.
Diana war die einzige Mitbewohnerin, der ich regelmäßig in der Wohnung über den Weg lief und mit der ich mich öfter mal unterhielt. Dabei stellten wir fest, dass ich sie schon mal vor meinem Vorstellungsgespräch in der WG getroffen hatte, mich aber nicht mehr daran erinnern konnte. Offenbar waren wir uns mal bei einer Party in ihrer alten Wohnung (der von Angelika) getroffen. Seltsamerweise konnte ich mich jedoch nicht daran erinnern.
Was mir an Diana auffiel war, dass sie oft ihr dreckiges Geschirr in der Küche stehen ließ. Darüber hinaus bekam ich langsam das Gefühl, dass ihr die anderen beiden Mitbewohner aus dem Weg gingen. Offenbar lief da was zwischen Arno, Sigrid und Diana von dem ich noch nichts mitbekommen hatte. Außerdem schloss Diana immer die Tür zu ihrem Zimmer ab und das nicht nur wenn sie aus dem Haus ging sondern auch wenn sie im Zimmer war. Das fand ich wirklich seltsam, denn so etwas hatte ich noch nie in einer WG erlebt.
Ich nahm mir vor, mich aus den Streitigkeiten der Mitbewohner raus zu halten, das war deren Problem, nicht meines. Wenn man jedoch so dicht aufeinander wohnt wie in einer WG, dann klappt das mit dem Raushalten leider nicht. So wurde ich mal Zeuge, wie sich Arno und Diana im Flur anschrieen; ein anderes Mal bekam ich mit, dass Sigrid Diana nahe legte, doch endlich auszuziehen.
Da ich bisher noch eine neutrale Position in diesem ganzen Streit eingenommen hatte, kam Diana danach oft zu mir ins Zimmer und heulte sich bei mir aus. Sie meinte, dass die anderen Mitbewohner sie nicht verstehen würden und sie einfach nur gehässig zu ihr seien, dabei habe sie sich doch gar nichts zu Schaden kommen lassen.
Zuerst glaubte ich diese Geschichten noch unvoreingenommen, doch eines Abends hatte ich dann mal eine Aussprache mit Arno und Sigrid und bekam deren Version der Vorfälle mit Diana zu hören. Und die war sehr lang: nicht nur schmutziges Geschirr, nicht bezahlte Anteile an der Strom-, Gas- und Wasserrechnung, verschwundene Essenvorräte in Schränken und im Kühlschrank, verschwundene Briefe ... ehrlich gesagt, klang das zuerst sehr übertrieben, aber im Zusammenhang mit den warnenden Worten meiner Kommilitonin Angelika passte das auch irgendwie zusammen.
Also stellte ich bei der nächsten Gelegenheit Diana zur Rede und sprach sie direkt auf diese Vorwürfe an. Zunächst stritt sie alles ab und bekundete unter Tränen, dass sie Angst habe, dass ich mich jetzt auch gegen sie stellen würde. Ich versicherte ihr aber, dass ich trotz all dem was ich gehört hatte, objektiv bleiben möchte. Dann fing sie auf einmal an so nach und nach mit ein paar Informationen rauszurücken, zum Beispiel, dass sie tatsächlich schon mal Sigrid was weg gegessen hätte, das aber gleich wieder ersetzt habe. Nur wäre Sigrid das nicht gut genug gewesen, da sie meinte, dass Diana ihre teuren Edeka Einkäufe mit billigen Aldi-Waren ersetzt habe. Das mit der geklauten Post dementierte Diana jedoch heftig.
Also gab ich ihr noch einmal eine Chance. Doch lange währte diese nicht. Schon am nächsten Wochenende gab es den nächsten Streit zwischen Sigrid und Diana. Aus Sigrids Kühlschrank-Fach war eine halbe Palette mit Joghurts verschwunden, die Sigrid gekauft hatte, um sie ihren Gästen am Samstag Abend anbieten zu können. Als die Gäste angekommen waren stellte Sigrid entsetzt fest, dass die komplette Palette verschwunden war und im Recycling-Müll 12 sauber gespülte Joghurt-Becher lagen.
Es gab eigentlich nur eine Person, die dafür in Frage kam: Diana!
Auch ein Motiv war schnell gefunden: Diana machte gerade mal wieder Diät und hatte wahrscheinlich Heißhunger bekommen und sich über die Joghurt her gemacht. Aber Diana gab nichts zu, selbst als Sigrid sagte, dass Diana die Joghurts nicht ersetzen müsse und sie nur von ihr wollte, dass sie lediglich gestehen solle, dass sie es war. Trotzdem blieb Diana hart und wies alle Vorwürfe von sich.
So langsam wurde mir Diana doch auch suspekt.
Abonnieren
Posts (Atom)
