Unser neuer Mitbewohner Sebastian hatte trotz seiner 25 Jahre noch sehr wenig Lebenserfahrung gesammelt. Er hat zeit seines Lebens bei seinen Eltern zu Hause gewohnt und sich offensichtlich viel „bemuttern“ lassen. Zum Essen ging er entweder in die Mensa der Uni oder er kaufte sich Tiefkühlwaren und Fertigsalate komplett mit Dressing aus dem Supermarkt.
Einmal beobachtete ich Sebastian dabei wie er argwöhnisch an einem angebrochenen Tetrapak mit Orangensaft schnüffelte. Er schaute mich an und meinte: „Ich habe diesen Orangensaft vor zwei Tagen geöffnet. Meinst Du, der ist noch gut?“
„Hattest Du den die ganze Zeit im Kühlschrank stehen?“, fragte ich.
Sebastian nickte. Also erwiderte ich: „Dann sollte der eigentlich noch in Ordnung sein!“
Sebastian schaute mich skeptisch an, schnüffelte noch einmal an der Öffnung des Tetrapacks und hielt mir selbiges dann hin.
„Riech Du doch mal dran. Ich finde, der riecht komisch.“
Also hängte ich meine Nase über den offenen Schraubverschluss und roch am Saft. „Für mich reicht das wie normaler Orangensaft“, verkündete ich.
„Meinst Du nicht, dass der schon etwas schlecht riecht?“, fragte Sebastian. Doch bevor ich antworten konnte, sagte er: „Ich werde ihn doch lieber weg werfen.“
Mit diesen Worten schraubte er den Deckel wieder auf den Saft, warf die halbvolle Safttüte in den Gelben Sack und holte sich aus seinem Vorratsregal einen neuen Orangensaft.
Kurz darauf hatte sich eine Saft-Lache unter dem Gelben Sack gebildet. Als Sebastian diese Pfütze bemerkt hatte, meinte er überrascht: „Wo kommt das denn her?“
„Vielleicht hättest Du den Saft vorher ausleeren sollen?“, meinte ich leicht genervt. „Bei Tetrapacks hält der Verschluss in der Regel nicht dicht.“
„Echt?“, wunderte sich Sebastian. „Da sollte man sich mal beschweren.“
Ich stand auf und murmelte beim Rausgehen: „Sicher.“
Ein paar Tage später stellte ich fest, dass der Ausguss vom Waschbecken im Badezimmer undicht war, denn über den Tag hinweg bildete sich regelmäßig ein halbrunder Wasserfleck auf dem Badvorleger. Über Nacht trocknete der Fleck immer wieder, so dass ich zuerst dachte, einer der neuen Mitbewohner wäre eine Badsau und würde den Vorleger immer nass machen.
Das Auftauchen und die Form des Flecks war jedoch zu gleichmäßig, als dass ein paar Wasserspritzer vom Waschen die Ursache für die Wasserlache sein könnten. Also tastete ich die Wand unter dem Spülbecken ab und entdeckte schon bald eine nasse Stelle, die auf ein Leck im Abflussrohr hindeutete.
Am nächsten Tag stand das Badezimmer auf einmal komplett unter Wasser. Das Leck musste wohl größer geworden sein. Ich sollte wohl dringend den Klempner rufen!
Als ich auf dem Weg in mein Zimmer an der Küche vorbei kam, sah ich meine Mitbewohner Iris und Sebastian in der Küche sitzen. Ich gesellte mich zu ihnen und meinte, dass ich gleich mal einen Klempner anrufen werde, weil wir ein Leck im Abflussrohr im Bad hätten.
„Mir ist auch schon aufgefallen, dass der Boden im Bad nach dem Duschen in letzter Zeit so nass war“, sagte Sebastian. „Ich habe mich schon gefragt, ob es daran liegen könnte, dass ich beim Duschen den Duschvorhang immer außerhalb der Duschwanne herunter hängen lasse.“
„Aber das Leck im Abflussrohr ist natürlich eine viel bessere Erklärung für die Überschwemmung“, schlussfolgerte er.
„Du lässt den Duschvorhang außen runter hängen?“, fragte ich ungläubig. „Wo bitteschön soll denn das Wasser ablaufen? Hast Du schon mal im Bad irgendwo einen Abfluss im Boden gesehen?“
„Nö“, erwiderte Sebastian. „Aber beim Duschen kommt doch gar nicht so viel Wasser auf den Vorhang, oder?“
„Du kannst es ja mal ausprobieren“, antwortete ich. „Und dann gewöhn’ Dir bitte an, den Vorhang in die Duschwanne zu hängen, dann kommt nach Dir auch nicht mehr die Sintflut!“
Den Klempner musste ich trotzdem rufen, da nicht nur Sebastians biblische Schauer für eine regelmäßige Bewässerung unseres Badzimmers sorgten sondern auch der undichte Abfluss des Waschbeckens – wenn auch in einem wesentlich geringerem Ausmaß.
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Donnerstag, 25. Oktober 2007
Die sorgenvolle Vermieterin
Die ersten drei Monate meines Studentenlebens wohnte ich auf der anderen Seeseite in Meersburg, da ich in Konstanz keine Bleibe gefunden hatte. Ich hatte erst kurz vor Semesterbeginn meine Immatrikulationsbescheinigung der Uni Konstanz bekommen und da waren bereits alle Zimmer und Wohnungen in Konstanz vermietet.
So gab es nur noch völlig überteuerte Dachschrägen- oder Kellerzimmer oder die Möglichkeit nach Meersburg, Überlingen oder andere Städte auf der anderen Seeseite zu ziehen.
Ich machte von letzter Option gebrauch und zog als Untermieter in ein Privathaus in der Meersburger Oberstadt ein. Meine Vermieterin, Frau Kruske, vermietete im Sommer zwei Zimmer an Touristen und im Winter an Studenten – ein sehr einträgliches Geschäft.
Da sie ihren Sommergästen saubere und ordentliche Zimmer bieten wollte, legte Frau Kruske ihren studentischen Untermietern strenge Regeln auf. So durften meine Mitbewohnerin Andrea und ich keine Poster, Bilder, etc. aufhängen, da Frau Kruske keine Löcher in ihren Wänden haben wollte.
Einmal pro Woche mussten wir unsere Zimmer putzen und den Boden saugen, darüber hinaus durften wir nicht mit Straßenschuhen durch die Wohnung oder im Zimmer herum laufen, sondern mussten diese an der Garderobe neben der Eingangstür abstellen.
Mir bot Frau Kruske darüber hinaus an, dass sie meine Wäsche waschen und bügeln könnte – natürlich gegen ein entsprechendes Entgelt. Doch von dieser Möglichkeit machte ich nie Gebrauch, sondern fuhr mit meinem Wäschesack immer nach Konstanz, um in der WG meiner Schwester die Wäsche zu waschen.
Dass die Sorge um ihre Touristenzimmer noch ganz andere Ausmaße annehmen würde als die regelmäßige Putzverpflichtung andeutete, merkte ich erst nach ein paar Wochen.
So kam ich zum Beispiel eines Abends von der Uni zurück in mein Zimmer und wunderte mich über den seltsamen, süßlichen Geruch im Zimmer. Nach einer kurzen Suche entdeckte ich einen Duftspender auf dem Fensterbrett, den mir meine übervorsichtige Vermieterin in meiner Abwesenheit ins Zimmer gestellt hatte. Darüber hinaus hatte sie auch die gekippten Fenster verschlossen.
Als ich sie darauf ansprach, meinte sie, dass die Wohnung so auskühlen würde, wenn man im Herbst die Fenster tagsüber offen lassen würde. Daher habe sie die Fenster verschlossen. Damit sich dann jedoch die Luft im Zimmer nicht so abgestanden riecht, hätte sie mir den Duftspender ins Zimmer gestellt.
Die Vorstellung, dass eine Vermieterin nicht ohne nachzufragen in die Zimmer ihrer Untermieter gehen darf, war ihr offenbar fremd. Als ich ihr sagte, dass sie mich doch bitte vorher fragen solle, bevor sie in mein Zimmer geht, meinte sie nur lapidar, dass sie sich als Eigentümerin um die Ordnung in ihrem Haus sorge.
Sie sah trotz meiner Klage offenbar keinen Grund, ihr Verhalten zu ändern. Als ich eines anderen Abends von der Uni zurückkam, fand ich die Vorhänge in meinem Zimmer geöffnet vor. Darüber hinaus war das Bett gemacht.
Ich stellte meine Vermieterin zur Rede und sie meinte ganz entgeistert, dass man die Vorhänge tagsüber doch nicht verschlossen lassen dürfe.
„Was sollen denn da die Nachbarn denken?“, meinte sie schockiert.
Eigentlich hatte ich das Zimmer für 6 Monate von Oktober bis März gemietet, doch zum Glück hatte ich bereits zum 1. Januar ein echtes WG-Zimmer ohne Vermieter im Haus gefunden und machte, dass ich aus Frau Kruskes Obhut entfliehen konnte.
So gab es nur noch völlig überteuerte Dachschrägen- oder Kellerzimmer oder die Möglichkeit nach Meersburg, Überlingen oder andere Städte auf der anderen Seeseite zu ziehen.
Ich machte von letzter Option gebrauch und zog als Untermieter in ein Privathaus in der Meersburger Oberstadt ein. Meine Vermieterin, Frau Kruske, vermietete im Sommer zwei Zimmer an Touristen und im Winter an Studenten – ein sehr einträgliches Geschäft.
Da sie ihren Sommergästen saubere und ordentliche Zimmer bieten wollte, legte Frau Kruske ihren studentischen Untermietern strenge Regeln auf. So durften meine Mitbewohnerin Andrea und ich keine Poster, Bilder, etc. aufhängen, da Frau Kruske keine Löcher in ihren Wänden haben wollte.
Einmal pro Woche mussten wir unsere Zimmer putzen und den Boden saugen, darüber hinaus durften wir nicht mit Straßenschuhen durch die Wohnung oder im Zimmer herum laufen, sondern mussten diese an der Garderobe neben der Eingangstür abstellen.
Mir bot Frau Kruske darüber hinaus an, dass sie meine Wäsche waschen und bügeln könnte – natürlich gegen ein entsprechendes Entgelt. Doch von dieser Möglichkeit machte ich nie Gebrauch, sondern fuhr mit meinem Wäschesack immer nach Konstanz, um in der WG meiner Schwester die Wäsche zu waschen.
Dass die Sorge um ihre Touristenzimmer noch ganz andere Ausmaße annehmen würde als die regelmäßige Putzverpflichtung andeutete, merkte ich erst nach ein paar Wochen.
So kam ich zum Beispiel eines Abends von der Uni zurück in mein Zimmer und wunderte mich über den seltsamen, süßlichen Geruch im Zimmer. Nach einer kurzen Suche entdeckte ich einen Duftspender auf dem Fensterbrett, den mir meine übervorsichtige Vermieterin in meiner Abwesenheit ins Zimmer gestellt hatte. Darüber hinaus hatte sie auch die gekippten Fenster verschlossen.
Als ich sie darauf ansprach, meinte sie, dass die Wohnung so auskühlen würde, wenn man im Herbst die Fenster tagsüber offen lassen würde. Daher habe sie die Fenster verschlossen. Damit sich dann jedoch die Luft im Zimmer nicht so abgestanden riecht, hätte sie mir den Duftspender ins Zimmer gestellt.
Die Vorstellung, dass eine Vermieterin nicht ohne nachzufragen in die Zimmer ihrer Untermieter gehen darf, war ihr offenbar fremd. Als ich ihr sagte, dass sie mich doch bitte vorher fragen solle, bevor sie in mein Zimmer geht, meinte sie nur lapidar, dass sie sich als Eigentümerin um die Ordnung in ihrem Haus sorge.
Sie sah trotz meiner Klage offenbar keinen Grund, ihr Verhalten zu ändern. Als ich eines anderen Abends von der Uni zurückkam, fand ich die Vorhänge in meinem Zimmer geöffnet vor. Darüber hinaus war das Bett gemacht.
Ich stellte meine Vermieterin zur Rede und sie meinte ganz entgeistert, dass man die Vorhänge tagsüber doch nicht verschlossen lassen dürfe.
„Was sollen denn da die Nachbarn denken?“, meinte sie schockiert.
Eigentlich hatte ich das Zimmer für 6 Monate von Oktober bis März gemietet, doch zum Glück hatte ich bereits zum 1. Januar ein echtes WG-Zimmer ohne Vermieter im Haus gefunden und machte, dass ich aus Frau Kruskes Obhut entfliehen konnte.
Samstag, 20. Oktober 2007
Jack zu Gast im 3. Reich
Mein Amerikanischer Mitbewohner Jack liebte es, die Leute zu provozieren. Einmal erzählte er mir freudestrahlend, dass er gerade einen Internet Chat mit ein paar anderen Amerikanern gehabt hätte und die sich darüber aufgeregt hätten, dass er den amtierenden Präsidenten George W. Bush als Amerikanischen Adolf Hitler bezeichnet habe. Lachend zählte er auf, was die schockierten Landsmänner ihm alles angedroht haben.
Ein anderes Mal berichtete er, dass er in der Stadt jemanden mit einem T-Shirt der Universität von South Carolina gesehen habe und ihm sogleich laut zugerufen habe „South Carolina Gamecocks suck!“ – zwischen den Sportteams der Universitäten von North Carolina („Tar Heads“) und South Carolina („Gamecocks“) herrscht eine starke Rivalität. Der angegriffene Amerikaner habe nach der ersten Überraschung „North Carolina Tar Heads are losers!“ geantwortet.
Jack fand das sehr lustig und meinte, dass derartige Reibereien in den USA Gang und Gäbe wären und nur Spaß seien. So ließ Jack keine Gelegenheit aus, um seine und meine Landsmänner zu provozieren.
Als in Konstanz im Februar Fasnet gefeiert wurde, war das für Jack wie der Himmel auf Erden! Endlich konnte er auch in Deutschland mal ungestraft so richtig provozieren.
Die Fasnet in Konstanz wird am „Schmotzige Dunschdig“, dem Donnerstag vor Rosenmontag, ab 5 Uhr morgens von diversen Fanfarenzügen eingeleitet, die musizierend durch die Innenstadt marschieren und die Bürger aus dem Bett holen. Jack war von diesen Fanfarenzügen völlig angetan und lief neugierig zur Straße runter, um sich dieses Spektakel anzusehen.
Als ich mich so gegen 8 Uhr in die Küche zum frühstücken quälte, traf ich einen aufgeregten Jack im Hausflur. „Das ist wie in Nazideutschland“, stellte er freudestrahlend fest. „Überall laufen Marschkapellen herum und trommeln die Leute für den Krieg zusammen!“, sagte er.
„Komm mit, hör Dir das an!“, meinte er und zog an meinem Ärmel.
„Ja, ja, ich kenne das schon“, antwortete ich müde. „Das ist jedes Jahr so.“
„Die Deutschen haben das Marschieren einfach im Blut“, stellte Jack nüchtern fest. „Das kannst Du nicht leugnen.“
Angesichts der laut spielenden Fanfarenzüge vor der Tür, fiel es mir wirklich schwer, Jacks Aussage zu widersprechen...
Darüber hinaus erzählte mir Jack, dass es ihm nicht leicht fiel, die Fanfarenzüge mit „Ho Narro“ zu begrüßen und nicht mit „Heil Hitler!“
„Ein oder zweimal hätte ich mich fast dazu hinreißen lassen“, meinte er.
Am Nachmittag wollte sich Jack mit einigen Mitschülern aus seiner Sprachschule treffen, um sich gemeinsam in das Fasnet-Treiben zu stürzen. Während er sich überlegte, als was er sich verkleiden soll, fragte er mich auch, ob es jemanden stören könnte, wenn er sich als Adolf Hitler verkleidet. Ich antwortete ihm, dass er sich gerne als der Diktator verkleiden kann, wenn er gerne eine Nacht in Untersuchungshaft verbringen möchte. Daher verwarf Jack diese Idee wieder und malte sich stattdessen eine Amerikanische Flagge auf die Backe.
Als er spät am Abend wieder in die WG zurückkam, war die Flagge auf seiner Backe ganz verwischt und Jack’s Augen glitzerten vor Freude. Strahlend erzählte er mir, dass er von seiner Mitschülergruppe verstoßen wurde, weil er „Heil Bush“ rufend und die Amerikanische Nationalhymne singend durch die Stadt gezogen wäre. „Die sollen sich mal nicht so haben. Das ist doch alles nur Spaß“, meinte er.
Zum Glück lassen die Konstanzer den Narren beim Fasnet so einiges durchgehen...
Ein anderes Mal berichtete er, dass er in der Stadt jemanden mit einem T-Shirt der Universität von South Carolina gesehen habe und ihm sogleich laut zugerufen habe „South Carolina Gamecocks suck!“ – zwischen den Sportteams der Universitäten von North Carolina („Tar Heads“) und South Carolina („Gamecocks“) herrscht eine starke Rivalität. Der angegriffene Amerikaner habe nach der ersten Überraschung „North Carolina Tar Heads are losers!“ geantwortet.
Jack fand das sehr lustig und meinte, dass derartige Reibereien in den USA Gang und Gäbe wären und nur Spaß seien. So ließ Jack keine Gelegenheit aus, um seine und meine Landsmänner zu provozieren.
Als in Konstanz im Februar Fasnet gefeiert wurde, war das für Jack wie der Himmel auf Erden! Endlich konnte er auch in Deutschland mal ungestraft so richtig provozieren.
Die Fasnet in Konstanz wird am „Schmotzige Dunschdig“, dem Donnerstag vor Rosenmontag, ab 5 Uhr morgens von diversen Fanfarenzügen eingeleitet, die musizierend durch die Innenstadt marschieren und die Bürger aus dem Bett holen. Jack war von diesen Fanfarenzügen völlig angetan und lief neugierig zur Straße runter, um sich dieses Spektakel anzusehen.
Als ich mich so gegen 8 Uhr in die Küche zum frühstücken quälte, traf ich einen aufgeregten Jack im Hausflur. „Das ist wie in Nazideutschland“, stellte er freudestrahlend fest. „Überall laufen Marschkapellen herum und trommeln die Leute für den Krieg zusammen!“, sagte er.
„Komm mit, hör Dir das an!“, meinte er und zog an meinem Ärmel.
„Ja, ja, ich kenne das schon“, antwortete ich müde. „Das ist jedes Jahr so.“
„Die Deutschen haben das Marschieren einfach im Blut“, stellte Jack nüchtern fest. „Das kannst Du nicht leugnen.“
Angesichts der laut spielenden Fanfarenzüge vor der Tür, fiel es mir wirklich schwer, Jacks Aussage zu widersprechen...
Darüber hinaus erzählte mir Jack, dass es ihm nicht leicht fiel, die Fanfarenzüge mit „Ho Narro“ zu begrüßen und nicht mit „Heil Hitler!“
„Ein oder zweimal hätte ich mich fast dazu hinreißen lassen“, meinte er.
Am Nachmittag wollte sich Jack mit einigen Mitschülern aus seiner Sprachschule treffen, um sich gemeinsam in das Fasnet-Treiben zu stürzen. Während er sich überlegte, als was er sich verkleiden soll, fragte er mich auch, ob es jemanden stören könnte, wenn er sich als Adolf Hitler verkleidet. Ich antwortete ihm, dass er sich gerne als der Diktator verkleiden kann, wenn er gerne eine Nacht in Untersuchungshaft verbringen möchte. Daher verwarf Jack diese Idee wieder und malte sich stattdessen eine Amerikanische Flagge auf die Backe.
Als er spät am Abend wieder in die WG zurückkam, war die Flagge auf seiner Backe ganz verwischt und Jack’s Augen glitzerten vor Freude. Strahlend erzählte er mir, dass er von seiner Mitschülergruppe verstoßen wurde, weil er „Heil Bush“ rufend und die Amerikanische Nationalhymne singend durch die Stadt gezogen wäre. „Die sollen sich mal nicht so haben. Das ist doch alles nur Spaß“, meinte er.
Zum Glück lassen die Konstanzer den Narren beim Fasnet so einiges durchgehen...
Dienstag, 16. Oktober 2007
Sebastian mit zwei linken Händen (Teil 1)
Nachdem Heinrich aus unserer Innenstadt-WG ausgezogen war, schrieben wir dessen Zimmer wieder in den üblichen Foren und an der Uni aus. Einen Nachmieter für Heinrich’s Zimmer zu finden würde sicher nicht einfach werden, da Heinrich das größte und teuerste Zimmer in der WG hatte. So viel Geld konnten sich nicht viele Studenten leisten.
Zum Glück meldete sich bald ein Mathematik-Doktorand namens Sebastian bei uns und wollte sich das Zimmer ansehen. Mit seinem BAT2a/2 Gehalt müsste er sich die Miete eigentlich leisten können.
Da sich außer Sebastian kein weiterer Interessent für das Zimmer meldete, hatten wir keine andere Wahl als ihm zuzusagen. Das soll nicht heißen, dass er ein unangenehmer Mitbewohner war. Er war jedoch noch sehr jung und in vielen Dingen erstaunlich unerfahren.
Zum Beispiel hatte Heinrich bei seinem Auszug das Zimmer neu gestrichen und dazu die Jalousien abgehängt. Diese lagen bei Sebastians Einzug auf dem Schreibtisch, welchen Heinrich an Sebastian verkauft hatte. Eigentlich mussten die Jalousien nur wieder aufgehängt werden, denn die Haken hingen noch über den Fenstern. Aber Sebastian fummelte mehrere Minuten daran herum und meinte dann zu mir, dass er das nicht hinbekommen würde und ob ich ihm helfen könnte.
So hängte ich alle drei Jalousien auf und befragte Sebastian nebenher eine bisschen über sein bisherige Wohnungen. Dabei fand ich heraus, dass er frisch aus seinem Elternhaus in München kam und noch nie zuvor alleine gewohnt hat. Das erklärte einiges.
So auch ein Ereignis, ein paar Tage später: Unser Klopapiervorrat näherte sich dem Ende und um Sebastian gleich in die Gepflogenheiten unserer WG einzuweihen, bat ich ihn, einen neuen Pack Klopapier zu kaufen und den Betrag in die WG-Kassenliste einzutragen. Sebastian weigerte sich jedoch Klopapier zu kaufen.
Ich meinte zu ihm, dass er das Geld für das Klopapier doch wieder zurückbekommen würde, wenn wir die WG-Kasse am Ende des Monats ausrechnen.
Das sei aber nicht das Problem, erwiderte Sebastian. Ihm sei es unangenehm, mit dem Klopapier unter dem Arm durch die Fußgängerzone zu laufen. Wenn die Leute ihn damit sähen, würden sie gleich wissen, wofür das Klopapier gut ist und das sei ihm zu peinlich.
Na hoffentlich nimmt seine Freundin die Pille und Sebastian muss niemals Kondome kaufen gehen...
Zum Glück meldete sich bald ein Mathematik-Doktorand namens Sebastian bei uns und wollte sich das Zimmer ansehen. Mit seinem BAT2a/2 Gehalt müsste er sich die Miete eigentlich leisten können.
Da sich außer Sebastian kein weiterer Interessent für das Zimmer meldete, hatten wir keine andere Wahl als ihm zuzusagen. Das soll nicht heißen, dass er ein unangenehmer Mitbewohner war. Er war jedoch noch sehr jung und in vielen Dingen erstaunlich unerfahren.
Zum Beispiel hatte Heinrich bei seinem Auszug das Zimmer neu gestrichen und dazu die Jalousien abgehängt. Diese lagen bei Sebastians Einzug auf dem Schreibtisch, welchen Heinrich an Sebastian verkauft hatte. Eigentlich mussten die Jalousien nur wieder aufgehängt werden, denn die Haken hingen noch über den Fenstern. Aber Sebastian fummelte mehrere Minuten daran herum und meinte dann zu mir, dass er das nicht hinbekommen würde und ob ich ihm helfen könnte.
So hängte ich alle drei Jalousien auf und befragte Sebastian nebenher eine bisschen über sein bisherige Wohnungen. Dabei fand ich heraus, dass er frisch aus seinem Elternhaus in München kam und noch nie zuvor alleine gewohnt hat. Das erklärte einiges.
So auch ein Ereignis, ein paar Tage später: Unser Klopapiervorrat näherte sich dem Ende und um Sebastian gleich in die Gepflogenheiten unserer WG einzuweihen, bat ich ihn, einen neuen Pack Klopapier zu kaufen und den Betrag in die WG-Kassenliste einzutragen. Sebastian weigerte sich jedoch Klopapier zu kaufen.
Ich meinte zu ihm, dass er das Geld für das Klopapier doch wieder zurückbekommen würde, wenn wir die WG-Kasse am Ende des Monats ausrechnen.
Das sei aber nicht das Problem, erwiderte Sebastian. Ihm sei es unangenehm, mit dem Klopapier unter dem Arm durch die Fußgängerzone zu laufen. Wenn die Leute ihn damit sähen, würden sie gleich wissen, wofür das Klopapier gut ist und das sei ihm zu peinlich.
Na hoffentlich nimmt seine Freundin die Pille und Sebastian muss niemals Kondome kaufen gehen...
Donnerstag, 11. Oktober 2007
Die aufgeblasene Diana
Diana, eine Mitbewohnerin in meiner Altbau-WG, hatte sich bei allen Mitbewohnern unbeliebt gemacht, indem sie fremde Vorräte aus dem Kühlschrank oder aus den Regalen plünderte, unsere Waschmaschine kaputt machte und sich weigerte den Schaden zu reparieren und da sie einen ständig mit kleinen Sticheleien zu ärgern versuchte.
Meist konnten wir ihr nicht nachweisen, wenn sie wieder irgendetwas verbrochen hatte. Darüber hinaus leugnete sie immer ihre Beteiligung an den Schäden oder verschwundenen Vorräten und kam damit leider auch immer durch.
Während ich mit Diana in einer Wohnung zusammen leben musste, lernte ich die kleinen Freuden des Alltags zu schätzen. Zum Beispiel Situationen, in denen Diana mal auf die Schnautze fiel, bzw. einen Verlust erleiden musste.
So freuten Arno und ich uns spitzbübisch, als Dianas Ikea-Sofa eines Tages unter ihrem Übergewicht – Diana aß gerne und viel ... – zusammen brach. Auf diesem Sofa saß sie gerne, schaute fern und aß Süßigkeiten oder Chips. Nun musste sie sich mit einem Bürostuhl begnügen.
Das war natürlich keine dauerhafte Lösung für Diana und so zog sie bald los, um nach Ersatz zu suchen. Da Diana jedoch ständig klamm in der Kasse war, kaufte sie sich bei einem Ramschladen einen aufblasbaren Sessel, den sie mir eines Nachmittags – damals sprachen wir noch miteinander - stolz präsentierte. Sie meinte freudestrahlend, dass sie damit einen adäquaten und günstigen Ersatz für ihr kaputtes Sofa gefunden habe.
Die Freude hielt jedoch nicht lang an, denn auch dieser gab bald, zu unser aller Freude, den Geist auf und schrumpelte zu einem Haufen gelben Plastik zusammen.. So musste Diana sich wieder mit ihrem Stuhl zufrieden geben – Schadenfreude kann so schön sein!
Meist konnten wir ihr nicht nachweisen, wenn sie wieder irgendetwas verbrochen hatte. Darüber hinaus leugnete sie immer ihre Beteiligung an den Schäden oder verschwundenen Vorräten und kam damit leider auch immer durch.
Während ich mit Diana in einer Wohnung zusammen leben musste, lernte ich die kleinen Freuden des Alltags zu schätzen. Zum Beispiel Situationen, in denen Diana mal auf die Schnautze fiel, bzw. einen Verlust erleiden musste.
So freuten Arno und ich uns spitzbübisch, als Dianas Ikea-Sofa eines Tages unter ihrem Übergewicht – Diana aß gerne und viel ... – zusammen brach. Auf diesem Sofa saß sie gerne, schaute fern und aß Süßigkeiten oder Chips. Nun musste sie sich mit einem Bürostuhl begnügen.
Das war natürlich keine dauerhafte Lösung für Diana und so zog sie bald los, um nach Ersatz zu suchen. Da Diana jedoch ständig klamm in der Kasse war, kaufte sie sich bei einem Ramschladen einen aufblasbaren Sessel, den sie mir eines Nachmittags – damals sprachen wir noch miteinander - stolz präsentierte. Sie meinte freudestrahlend, dass sie damit einen adäquaten und günstigen Ersatz für ihr kaputtes Sofa gefunden habe.
Die Freude hielt jedoch nicht lang an, denn auch dieser gab bald, zu unser aller Freude, den Geist auf und schrumpelte zu einem Haufen gelben Plastik zusammen.. So musste Diana sich wieder mit ihrem Stuhl zufrieden geben – Schadenfreude kann so schön sein!
Montag, 8. Oktober 2007
Jack zieht ein
Der ersten Mitbewohner in unserer neu gegründeten5'er WG in der Konstanzer Innenstadt war ein 19jähriger Amerikaner namens Jack. Er war seiner deutschen Freundin, die ein Auslandsjahr an seiner Schule in North Carolina gemacht hatte, an den Bodensee gefolgt und hatte sich in Konstanz an einer Sprachschule eingeschrieben. Die Freundin wohnte jedoch in Ravensburg und so musste er jeden morgen eine Stunde lang mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Konstanz fahren und abends ebenso lang wieder nach Ravensburg zurück fahren.
Da die Beziehung mit seiner deutschen Freundin inzwischen abgekühlt war, beschloss Jack, sich eine Wohnung in Konstanz zu suchen, damit er näher an seiner Sprachschule war. Am Wochenende wollte er dann regelmäßig nach Ravensburg zu seiner Freundin fahren.
Nachdem uns Patrick, der eigentlich der erste Mitbewohner in unserer WG werden sollte, kurzfristig doch wieder abgesagt hatte, weil seinen Eltern die Miete für das Zimmer zu teuer war, saßen wir eine Woche vor Heiligabend ohne einen Mitbewohner da. Ab Januar mussten wir monatlich 1200 Euro Miete bezahlen und konnten es uns nicht leisten, ein Zimmer unvermietet zu lassen.
Also musste schleunigst Ersatz gefunden werden, bevor wir drei in den Weihnachtsurlaub zu unseren Eltern fuhren. Nur wo findet man so kurz vor Weihnachten noch einen Mitbewohner?
Wie üblich setzte ich eine Anzeige in einen Konstanzer Online Wohnungsmarkt und hängte Zettel im Uni-Foyer und bei den Wohnungsangeboten vom Studentenwerk aus. Ich hatte jedoch wenig Hoffnung, dass wir jemanden finden würden, bevor Heinrich, Manuela und ich in den Heimaturlaub fahren würden.
So war ich doch sehr überrascht, als sich zwei Tage vor unserer Abreise tatsächlich noch jemand meldete, der sich das Zimmer ansehen wollte. Beim Telefongespräch stellte sich heraus, dass der Interessent ein Amerikaner aus Ravensburg ist, der mich gerade aus der Konstanzer Innenstadt anruft, da er sich heute einige Zimmer ansehen wollte hier ansehen wollte.
Ich antwortete, dass er sofort bei uns vorbei kommen könne, da gerade alle Mitbewohner zu Hause waren. Keine 20 Minuten später stand Jack mit seiner Freundin Mariele vor der Tür. Die beiden schauten sich kurz um und Jack meinte dann: „Okay, ich würde es nehmen. Ich muss aber morgen schon einziehen!“
Da wir außer Jack keine anderen Bewerber hatten und Manuela und ich heute noch in den Weihnachtsurlaub losfahren wollten trafen wir unsere Entscheidung in Rekordzeit. Ich blickte Heinrich fragend an, welcher meinen Blick mit einem kurzen Nicken quittierte, dann schaute ich zu Manuela, die mir auf ähnliche Art und Weise zeigte, dass sie einverstanden war. Also wendete ich mich wieder Jack zu und meinte, dass wir ihn gerne als neuen Mitbewohner in unserer Wohnung hätten.
Einen Mietvertrag konnte ich Jack jedoch noch nicht geben. Heinrich hatte einen Standardvertrag auf seinem Computer, doch das Gerät war noch nicht angeschlossen. So gaben wir Jack einen Schlüsselbund mit Haus-, Wohnungs- und Briefkastenschlüsseln, erklärten ihm kurz wie der Herd und die Heizung funktionierte und dann machen Manuela und ich mich schon auf den Weg zum Auto.
Heinrich blieb noch einen Tag länger und fuhr dann zu seinem Vater nach Montabaur und ließ Jack in seiner neuen WG über die Weihnachtsfeiertage alleine zurück. Jack meinte, dass er wahrscheinlich zu seiner Freundin nach Ravensburg fahren würde, damit er nicht alleine in Konstanz sitzen müsste.
So hatten wir auf die Schnelle doch noch einen neuen Mitbewohner gefunden! Was das für einer war, stellte sich aber erst später heraus...
Da die Beziehung mit seiner deutschen Freundin inzwischen abgekühlt war, beschloss Jack, sich eine Wohnung in Konstanz zu suchen, damit er näher an seiner Sprachschule war. Am Wochenende wollte er dann regelmäßig nach Ravensburg zu seiner Freundin fahren.
Nachdem uns Patrick, der eigentlich der erste Mitbewohner in unserer WG werden sollte, kurzfristig doch wieder abgesagt hatte, weil seinen Eltern die Miete für das Zimmer zu teuer war, saßen wir eine Woche vor Heiligabend ohne einen Mitbewohner da. Ab Januar mussten wir monatlich 1200 Euro Miete bezahlen und konnten es uns nicht leisten, ein Zimmer unvermietet zu lassen.
Also musste schleunigst Ersatz gefunden werden, bevor wir drei in den Weihnachtsurlaub zu unseren Eltern fuhren. Nur wo findet man so kurz vor Weihnachten noch einen Mitbewohner?
Wie üblich setzte ich eine Anzeige in einen Konstanzer Online Wohnungsmarkt und hängte Zettel im Uni-Foyer und bei den Wohnungsangeboten vom Studentenwerk aus. Ich hatte jedoch wenig Hoffnung, dass wir jemanden finden würden, bevor Heinrich, Manuela und ich in den Heimaturlaub fahren würden.
So war ich doch sehr überrascht, als sich zwei Tage vor unserer Abreise tatsächlich noch jemand meldete, der sich das Zimmer ansehen wollte. Beim Telefongespräch stellte sich heraus, dass der Interessent ein Amerikaner aus Ravensburg ist, der mich gerade aus der Konstanzer Innenstadt anruft, da er sich heute einige Zimmer ansehen wollte hier ansehen wollte.
Ich antwortete, dass er sofort bei uns vorbei kommen könne, da gerade alle Mitbewohner zu Hause waren. Keine 20 Minuten später stand Jack mit seiner Freundin Mariele vor der Tür. Die beiden schauten sich kurz um und Jack meinte dann: „Okay, ich würde es nehmen. Ich muss aber morgen schon einziehen!“
Da wir außer Jack keine anderen Bewerber hatten und Manuela und ich heute noch in den Weihnachtsurlaub losfahren wollten trafen wir unsere Entscheidung in Rekordzeit. Ich blickte Heinrich fragend an, welcher meinen Blick mit einem kurzen Nicken quittierte, dann schaute ich zu Manuela, die mir auf ähnliche Art und Weise zeigte, dass sie einverstanden war. Also wendete ich mich wieder Jack zu und meinte, dass wir ihn gerne als neuen Mitbewohner in unserer Wohnung hätten.
Einen Mietvertrag konnte ich Jack jedoch noch nicht geben. Heinrich hatte einen Standardvertrag auf seinem Computer, doch das Gerät war noch nicht angeschlossen. So gaben wir Jack einen Schlüsselbund mit Haus-, Wohnungs- und Briefkastenschlüsseln, erklärten ihm kurz wie der Herd und die Heizung funktionierte und dann machen Manuela und ich mich schon auf den Weg zum Auto.
Heinrich blieb noch einen Tag länger und fuhr dann zu seinem Vater nach Montabaur und ließ Jack in seiner neuen WG über die Weihnachtsfeiertage alleine zurück. Jack meinte, dass er wahrscheinlich zu seiner Freundin nach Ravensburg fahren würde, damit er nicht alleine in Konstanz sitzen müsste.
So hatten wir auf die Schnelle doch noch einen neuen Mitbewohner gefunden! Was das für einer war, stellte sich aber erst später heraus...
Donnerstag, 4. Oktober 2007
Süße Verführung
Mitbewohner haben leider oft die unangenehme Angewohnheit, sich ungebeten an den Essenvorräten der anderen Bewohner zu bedienen. Wenn ich mir zum Beispiel eine große Form vegetarische Lasagne gemacht hatte, von der ich den Rest eigentlich einfrieren und während der Woche essen wollte, konnte es durchaus passieren, dass am nächsten Morgen die halbe Auflaufform leer war. Meine Mitbewohnerin Iris war wenigstens noch so höflich zu fragen, ob sie sich was von der Lasagne nehmen darf. Andere bedienten sich jedoch ungebeten daran.
Offenbar dachten die anderen Mitbewohner, dass wenn sich Iris was von der Lasagne nehmen darf, dann dürfen sie das auch und so verschwand meine Kochkunst Stück für Stück in den Mägen meiner Mitbewohner.
Das wäre eigentlich nicht so schlimm gewesen, wenn ich mich im Gegenzug dann auch mal an den Gerichten dieser Bewohner bedienen dürfte. Nur entweder kochten diese nie, sondern aßen nur Tiefkühlpizzen oder sie kochten Gerichte mit Fleisch oder Fisch, so dass ich davon nicht essen konnte.
Ab und zu kam es jedoch vor, dass ich wollte, dass meine Mitbewohner mir was weg aßen. Zum Beispiel, wenn ich nach dem üblichen Heimaturlaub an Weihnachten oder Ostern voll bepackt mit Weihnachtsgebäck und Süßigkeiten in die WG zurückkam. Damit ich mir mit all diesem Süßkram nicht einen Schwimmring anfraß, stellte ich das meiste davon in einer Schale in die Küche und vertraute auf den natürlichen Schwund, den so eine süße Versuchung in einer WG erlebte.
Meinen Mitbewohner Heinrich beim Vertilgen der Süßigkeiten zu erleben war ein besonderes Erlebnis. Eigentlich wollte er nicht so viele Süßigkeiten essen, doch diesen Vorsatz hielt er meist nicht lang durch. Insbesondere, wenn er auf eine Klausur lernen musste klappte das mit Zurückhaltung nicht besonders gut.
So konnte ich hören, wie in regelmäßigen Abständen Heinrichs Zimmertür aufging, er in die Küche lief und kurz darauf wieder zurückkam. Spätestens bei der dritten oder vierten Runde kommentierte er seine mangelnde Zurückhaltung jedes Mal mit einem „Scheiße“, wenn er in Richtung Küche lief.
So wurde die Schale immer sehr schnell leer. Da mein Feiertags-Vorrat jedoch meist für mehr als eine Schüssel ausreichte, konnte ich zu Heinrichs Leidwesen der Schale in der Küche mehrere Neubefüllungen gönnen, bevor all meine mitgebrachten Süßigkeiten verschwunden waren.
Offenbar dachten die anderen Mitbewohner, dass wenn sich Iris was von der Lasagne nehmen darf, dann dürfen sie das auch und so verschwand meine Kochkunst Stück für Stück in den Mägen meiner Mitbewohner.
Das wäre eigentlich nicht so schlimm gewesen, wenn ich mich im Gegenzug dann auch mal an den Gerichten dieser Bewohner bedienen dürfte. Nur entweder kochten diese nie, sondern aßen nur Tiefkühlpizzen oder sie kochten Gerichte mit Fleisch oder Fisch, so dass ich davon nicht essen konnte.
Ab und zu kam es jedoch vor, dass ich wollte, dass meine Mitbewohner mir was weg aßen. Zum Beispiel, wenn ich nach dem üblichen Heimaturlaub an Weihnachten oder Ostern voll bepackt mit Weihnachtsgebäck und Süßigkeiten in die WG zurückkam. Damit ich mir mit all diesem Süßkram nicht einen Schwimmring anfraß, stellte ich das meiste davon in einer Schale in die Küche und vertraute auf den natürlichen Schwund, den so eine süße Versuchung in einer WG erlebte.
Meinen Mitbewohner Heinrich beim Vertilgen der Süßigkeiten zu erleben war ein besonderes Erlebnis. Eigentlich wollte er nicht so viele Süßigkeiten essen, doch diesen Vorsatz hielt er meist nicht lang durch. Insbesondere, wenn er auf eine Klausur lernen musste klappte das mit Zurückhaltung nicht besonders gut.
So konnte ich hören, wie in regelmäßigen Abständen Heinrichs Zimmertür aufging, er in die Küche lief und kurz darauf wieder zurückkam. Spätestens bei der dritten oder vierten Runde kommentierte er seine mangelnde Zurückhaltung jedes Mal mit einem „Scheiße“, wenn er in Richtung Küche lief.
So wurde die Schale immer sehr schnell leer. Da mein Feiertags-Vorrat jedoch meist für mehr als eine Schüssel ausreichte, konnte ich zu Heinrichs Leidwesen der Schale in der Küche mehrere Neubefüllungen gönnen, bevor all meine mitgebrachten Süßigkeiten verschwunden waren.
Montag, 1. Oktober 2007
Michaelas Killerhasen
Nachdem wir Lars verboten hatten, seine Hanfpflanzen auf dem Balkon meiner Studentenwohnheim-WG zu züchten war er gezwungen, die Pflanzen in sein Zimmer zu stellen. Er baute sich ein provisorisches Blumenregal, indem er vor seinem Fenster ein Brett auf zwei Backsteine legte und die fünf Töpfe mit den Pflanzen dort drauf stellte. Der Hanf war so gut wie Erntereif und musste nicht mehr lange dort stehen.
So viel zur Theorie! Die Praxis sah das jedoch etwas anders aus...
Zur der Zeit, als Lars sich als Hobbygärtner übte, wohnte seine Freundin Michaela mit bei ihm im Zimmer da sie sich ein eigenes WG Zimmer in Konstanz suchen wollte. Neben einem Reisekoffer voller Klamotten hatte sie auch ihre beiden Zwergkaninchen mitgebracht.
Diese liefen oft frei im Zimmer herum, auch wenn Lars und Michaela gar nicht da waren. Sie einzufangen war immer ein ziemlicher Kampf, da die Kaninchen bei der kleinsten Bewegung unter Lars großes Doppelbett flohen und darunter nur schwer wieder hervorzuholen waren. So ließen Lars und Michaela die beiden Tiere gewähren und mussten dann eben regelmäßig unter dem Bett die Hinterlassenschaften der Hasen mit dem Staubsauger aufsaugen.
Die beiden Kaninchen waren extrem scheu. Wenn ich mal in Lars’ Zimmer musste, um zum Beispiel wieder einmal den Radiowecker abzuschalten den Lars oft laufen ließ, sah ich meistens nur zwei weiße Geschosse unter dem Bett verschwinden. Anfassen oder streicheln ließen sie sich nur von Michaela.
Daher war ich sehr überrascht, als mir auf einmal so ein kleines Wollknäuel auf dem Boden in Lars’ Zimmer gegenüber saß und mich anknurrte, als ich Lars seine Post ins Zimmer legen wollte. Das Kaninchen sah aus als wollte es mich gleich angreifen, wie der Killerhase bei Monty Python’s Film „Ritter der Kokosnuss.“
„Was ist den in den gefahren“, wunderte ich mich. In diesem Moment fiel mein Blick auf zwei umgefallene Blumentöpfe vor dem Fenster.
Lars hatte seine Hanfpflanzen auf ein Regal gestellt, in der Erwartung, dass die Hasen dort nicht rauf kommen würden. Offenbar hatte er die Reichweite der Zwergkaninchen unterschätzt. Zwei der fünf Blumentöpfe lagen umgestürzt auf dem Boden und die Hasen hatten die beiden darin wachsenden Pflanzen bis auf keinen grünen Stumpf aufgefressen.
Und nun saß mir dieses zitternde Fellbündel gegenüber und knurrte, als würde es David gegen Goliath mit mir spielen wollen. Der zweite Hase lag in einer dunkel-gelben Lache auf dem Bett und atmete heftig.
Als Lars nach Hause kam und sah, was die Hasen mit seinem kostbaren Anbau angerichtet hatten war er stinksauer. Dem Hasen auf dem Bett wollte er schon den Hals umdrehen, bis ihm seine Freundin Michaela mit sofortigem Sexverbot drohte. Erst dann kam Lars wieder zu Sinnen und machte sich daran, die umgekippten Blumentöpfe aufzuräumen. Zur Vorsicht erntete er am selben Tag noch die drei restlichen Pflanzen ab, damit diese nicht auch noch Michaelas „Killerhasen“ zu Opfer fielen.
Zum Glück überlebten beide Hasen ihre unfreiwilligen Drogenexperimente. Einige Tage lang flitzen sie noch wie gestört durch Lars Zimmer und kackten alle möglichen und unmöglichen Stellen voll, doch so nach und nach kamen sie von ihrem Trip runter und wurden wieder zu den scheuen, flinken Fellbündeln, die sie vorher waren.
Ein Jahr später erhielt Lars das ultimative Sexverbot als Michaela mit Lars’ bestem Freund durchbrannte.
So viel zur Theorie! Die Praxis sah das jedoch etwas anders aus...
Zur der Zeit, als Lars sich als Hobbygärtner übte, wohnte seine Freundin Michaela mit bei ihm im Zimmer da sie sich ein eigenes WG Zimmer in Konstanz suchen wollte. Neben einem Reisekoffer voller Klamotten hatte sie auch ihre beiden Zwergkaninchen mitgebracht.
Diese liefen oft frei im Zimmer herum, auch wenn Lars und Michaela gar nicht da waren. Sie einzufangen war immer ein ziemlicher Kampf, da die Kaninchen bei der kleinsten Bewegung unter Lars großes Doppelbett flohen und darunter nur schwer wieder hervorzuholen waren. So ließen Lars und Michaela die beiden Tiere gewähren und mussten dann eben regelmäßig unter dem Bett die Hinterlassenschaften der Hasen mit dem Staubsauger aufsaugen.
Die beiden Kaninchen waren extrem scheu. Wenn ich mal in Lars’ Zimmer musste, um zum Beispiel wieder einmal den Radiowecker abzuschalten den Lars oft laufen ließ, sah ich meistens nur zwei weiße Geschosse unter dem Bett verschwinden. Anfassen oder streicheln ließen sie sich nur von Michaela.
Daher war ich sehr überrascht, als mir auf einmal so ein kleines Wollknäuel auf dem Boden in Lars’ Zimmer gegenüber saß und mich anknurrte, als ich Lars seine Post ins Zimmer legen wollte. Das Kaninchen sah aus als wollte es mich gleich angreifen, wie der Killerhase bei Monty Python’s Film „Ritter der Kokosnuss.“
„Was ist den in den gefahren“, wunderte ich mich. In diesem Moment fiel mein Blick auf zwei umgefallene Blumentöpfe vor dem Fenster.
Lars hatte seine Hanfpflanzen auf ein Regal gestellt, in der Erwartung, dass die Hasen dort nicht rauf kommen würden. Offenbar hatte er die Reichweite der Zwergkaninchen unterschätzt. Zwei der fünf Blumentöpfe lagen umgestürzt auf dem Boden und die Hasen hatten die beiden darin wachsenden Pflanzen bis auf keinen grünen Stumpf aufgefressen.
Und nun saß mir dieses zitternde Fellbündel gegenüber und knurrte, als würde es David gegen Goliath mit mir spielen wollen. Der zweite Hase lag in einer dunkel-gelben Lache auf dem Bett und atmete heftig.
Als Lars nach Hause kam und sah, was die Hasen mit seinem kostbaren Anbau angerichtet hatten war er stinksauer. Dem Hasen auf dem Bett wollte er schon den Hals umdrehen, bis ihm seine Freundin Michaela mit sofortigem Sexverbot drohte. Erst dann kam Lars wieder zu Sinnen und machte sich daran, die umgekippten Blumentöpfe aufzuräumen. Zur Vorsicht erntete er am selben Tag noch die drei restlichen Pflanzen ab, damit diese nicht auch noch Michaelas „Killerhasen“ zu Opfer fielen.
Zum Glück überlebten beide Hasen ihre unfreiwilligen Drogenexperimente. Einige Tage lang flitzen sie noch wie gestört durch Lars Zimmer und kackten alle möglichen und unmöglichen Stellen voll, doch so nach und nach kamen sie von ihrem Trip runter und wurden wieder zu den scheuen, flinken Fellbündeln, die sie vorher waren.
Ein Jahr später erhielt Lars das ultimative Sexverbot als Michaela mit Lars’ bestem Freund durchbrannte.
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